14.05.2006
GEORG DEHIO-BUCHPREIS 2006
(DTPA/MTL) POTSDAM: Das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam vergibt im Herbst 2006 den GEORG DEHIO-BUCHPREIS. Mit dieser vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Bernd Neumann dotierten Auszeichnung werden Autoren geehrt, die sich in ihren Werken fundiert und differenziert mit den Traditionen und Wechselbeziehungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinander gesetzt haben. Der Georg Dehio-Buchpreis ist aufgeteilt in einen mit 12.000 Euro dotierten Hauptpreis und einen mit 8.000 Euro dotierten Ehrenpreis. Der Hauptpreis würdigt das publizistische Gesamt- und Lebenswerk eines Autors. Mit dem Ehrenpreis wird der Verfasser einer herausragenden Publikation ausgezeichnet.
Die Jury unter dem Vorsitz des Historikers und Publizisten Peter Ambros sprach den Hauptpreis dem Salzburger Publizisten Karl-Markus Gauß zu. Er schreibt seit mehr als zwanzig Jahren über die Regionen Mittel- und Osteuropas, über ihre Kultur, Geschichte und Gegenwart. Im Mittelpunkt seines Werkes steht die Darstellung der vergessenen oder kaum bekannten Welten der Minderheiten dieser Region. Gauß führt seine Leser in die exotischen Winkel Europas und bringt ihnen diese untergehenden Landschaften und ihre Menschen mit oft vielfältiger kultureller Herkunft und Biographie auf plastische und zugleich differenzierte und mitfühlende Weise nahe. Dabei gilt sein Augenmerk besonders auch den Angehörigen der deutschen Restvölker, denen er vor allem in seinem zuletzt erschienenen Buch Die versprengten Deutschen nachspürt. Karl-Markus Gauß trägt mit seinem Werk dazu bei, ein verlorengehendes Europa geistig zu bewahren und die historischen Hintergründe dieses Verlustes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Der Ehrenpreis geht an Thomas Urban für seine Publikation Der Verlust. Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert. Das Buch öffnet den Blick für die Millionen Menschen aus verschiedenen Völkern, die im 20. Jahrhundert ihre Heimat verloren haben. Die Vertreibung der Deutschen aus den heute zu Polen gehörenden Ostgebieten wird parallel zu derjenigen der Polen aus ihren Ostgebieten, die an die Sowjetunion fielen, beschrieben. Thomas Urban hat den brisanten Stoff sehr sensibel aufbereitet und erzählt die Geschichte der polnischen und der deutschen Vertreibung, indem er geschickt beide Perspektiven nebeneinander stellt. Mit seinem Buch trägt er in herausragender Weise zur Verständigung zwischen Polen und Deutschen bei.
Die feierliche Preisverleihung findet am 29. November 2006 in Berlin statt.

Copyright © 2006 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!