18.05.2000
Denkmal für "untergegangene" Orte
(DTPA) PERSTEJN: Ein Gedenkpark für "Untergegangene Orte der Region" entsteht zur Zeit im böhmischen Perstejn (Pürstein, auch Birsenstein). Dazu wurde als Wahrzeichen eine Replik des Würgnitzer Sühnkreuzes errichtet. Angefertigt wurde es vom Bildhauer Jiri Rusy. Die spätbarocke Kirche zum heiligen Wendelin soll als Gedenkstätte gestaltet werden.
Nach Angaben von Gerhard Stübiger sind nach 1945 insgesamt 107 Orte von der Landkarte verschwunden. Stübiger, Vorsitzender des in Tschechien existierenden Bundes der Deutschen im Erzgebirge, sagte dazu: "Das kam zunächst durch die vollkommene Aussiedlung und Vertreibung im Jahr 1945. Viele Orte sind menschenleer geworden. Aber es sind auch noch aus anderen Gründen Orte untergegangen, durch die Errichtung eines Truppenübungsplatzes für die Oststaaten zum Beispiel. Im Dubauer Gebirge waren es über 40 Orte die nur diesem Truppenübungsplatz zum Opfer gefallen sind. Sie wurden als Schießobjekte zusammengeschossen und so weiter und so fort. Da ist nichts mehr übrig. Dann sind Talsperren gebaut worden. Auch durch den Bergbau gab es den Abriss ganzer Ortschaften. Ja und wenn wir das alles zusammen nehmen, sind es eben die 107 Orte im Gebiet Komutau."
Der Standort für das Denkmal wurde bewusst gewählt. Perstejn ist der erste Ort im Gebiet der Euroregion Erzgebirge auf böhmischer Seite. Die Arbeiten am Denkmal sind in vollem Gange. Das Dach der Kirche ist schon fertig, kann Gerhard Stübiger berichten. "Die Farben sind naturgetreu, die wurden vorgeschrieben vom Denkmalschutzamt. Nebenan ist von einer gemeinnützigen Gesellschaft, die im Jahr 1996 gegründet wurde, ein Grundstück angekauft worden." Diese Gesellschaft hat sich der Aufgabe verschrieben, sich mit den untergegangenen Orten zu befassen und deren Geschichte zu dokumentieren.

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