25.04.2001
Informationsblätter "Strahlen"
(DTPA/MT) SALZGITTER: Am 26. April 2001 jährt sich zum 15. Mal das Unglück von Tschernobyl. In diesem damals sowjetischen, heute ukrainischen Kernkraftwerk hat sich der folgenschwerste Unfall in der Geschichte der Kernenergie ereignet. Aus diesem Anlass hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zwei neue Informationsblätter aus der Reihe "Strahlenthemen" zu folgenden Themen herausgegeben:
"Notfallvorsorge des BfS" und
"Die Kontamination von Lebensmitteln durch den Reaktorunfall von Tschernobyl"
Der Reaktorunfall von Tschernobyl hat erneut die Bedeutung einer nationalen Vorsorge für radiologische Notfälle gezeigt und zu einer grundlegenden Neugestaltung des Systems der Notfallvorsorge in der Bundesrepublik Deutschland geführt. Damit können einerseits die Folgen von Störfällen rasch eingeschätzt und andererseits deren Auswirkungen auf die Umwelt langfristig verfolgt werden.
Die Freisetzung und Ausbreitung großer Mengen radioaktiver Stoffe haben gravierende Folgen für die Gesundheit und die Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung in der Ukraine, Weißrussland und Russland. Im übrigen Europa sind hohe Kontaminationen anzutreffen - vor allem in Mittelschweden und Südfinnland sowie in Süddeutschland, Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und in Oberitalien.
Die auf den Boden abgelagerte Radioaktivität führte und führt noch heute zu einer Kontamination von Lebensmitteln - vorwiegend mit dem Radionuklid Cäsium 137 (Cs-137). Diese Kontamination fällt für verschiedene Lebensmittel unterschiedlich aus und weist große regionale Schwankungen auf. Während der Gehalt an Cs-137 in landwirtschaftlichen Produkten schnell wieder zurückging, sind in Pilzen und Waldfrüchten sowie in Wildfleisch auch immer wieder höhere Aktivitätskonzentrationen anzutreffen - vor allem in belasteten Regionen.
Bei der Ernährung kann die Strahlenbelastung in hohem Maß durch eigenes Verhalten beeinflusst werden. Wer seine persönliche Strahlenbelastung so gering wie möglich halten will, sollte deshalb auf den Verzehr übermäßig belasteter Produkte z.B. bestimmter Pilze und Wild, verzichten.
Ab Donnerstag, den 26.04 sind die o.g. Informationsblätter im Internet unter http://www.bfs.de zugänglich.

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