07.04.2006
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds tagte
(DTPA/MT) PRAG: Am 5. und 6. April trafen die neuen Verwaltungsratmitglieder des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds zu ihrer ersten gemeinsamen Tagung in Prag zusammen.
Für die nächsten zwei Jahre sind die Mitglieder auf tschechischer Seite: Kristina Larischová, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Prager Vertretung der Friedrich Ebert Stiftung, Otto Pick, Sonderbotschafter der Tschechischen Republik und Professor an der Karlsuniversität Prag, Miloš Pojar, Direktor des Bildungs- und Kulturzentrums des Jüdischen Museums Prag und Pavel Smetana, ehemaliger Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder und Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in der Tschechischen Republik.
Die deutsche Seite vertreten: Heinz-Peter Haustein, Mitglied des Bundestages (FDP), Michael Kretschmer, Mitglied des Bundestages (CDU/CSU), Franz Olbert, ehem. Generalsekretär der Ackermann-Gemeinde München und Albrecht Schläger, Bundesvorsitzender der Seliger Gemeinde und ehem. Mitglied des Bayerischen Landtages (SPD).
Der Verwaltungsrat hat bei seiner Sitzung mehr als 190 Projektvorhaben behandelt, wovon 176 mit einer Gesamthöhe von fast 612.000 Euro gefördert werden.
Priorität des Zukunftsfonds bleiben die Projektbereiche Jugend, Schule und Bildung. Neben dutzenden kleineren Vorhaben in dieser Kategorie sind auch Hochschulstipendien Gegenstand der Unterstützung. Der Zukunftsfonds hat im Rahmen seines eigenen Stipendienprogramms 14 Plätze für das akademische Jahr 2006/2007 vergeben, die sowohl tschechischen als auch deutschen Studenten einen zehnmonatigen Aufenthalt an einer Hochschule im Nachbarland ermöglichen werden. Neben diesen eigenen Stipendien beteiligt sich der Fonds finanziell ebenfalls am Programm der Universität Bayreuth, mit dessen Hilfe tschechische Studenten zwei Semester an Hochschulen in Bayern studieren können.
Weiterhin bewilligte der Verwaltungsrat zur Unterstützung des deutsch-tschechischen Jugendaustauschs einen Zuschuss zur Gründung eines Informationsbüros für deutschsprachige Schulklassen in Prag.
Gefördert werden auch viele verschiedene kulturelle Veranstaltungen, die nun im Sommer ihre Hochsaison erleben, darunter u.a. das Festival Mitte Europa, die Tschechischen Kulturtage in Freiburg, das Festival Concertus Moraviae 2006 deutscher Musik im Bezirk Südmähren und Vysočina, der Kreibitzer Kultursommer bei Ústí nad Labem, und das bereits traditionsreiche Boskovice Festival.
Im Rahmen der Projekte, die deutsch-tschechische Geschichte aufarbeiten, freut sich der Zukunftsfonds auf die Verwirklichung eines Dokumentarfilms über die Schicksale der sudetendeutschen Antifaschisten und auf eine DVD zur Geschichte von Lidice, die als Lehrmaterial für deutsche und tschechische Schulen dienen wird.

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