16.03.2006
Warnsystem vereinfacht Meldeweg
(DTPA/MT) MAGDEBURG: Künftig wird es im Rahmen des Warnsystems „SOS Elbe“ statt den zwei Kategorien „Information“ und „Warnung“ nur noch eine „Meldung“ geben. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe Havarie der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE), die sich gestern und heute (16.03.) in Magdeburg trafen, haben einem entsprechenden Vorschlag Sachsens zugestimmt. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich hatte sich im Januar dieses Jahres vehement für die Abschaffung der bisher üblichen Differenzierung ausgesprochen. „Wenn es zu einem Unfall kommt, muß schnellstmöglich grenzüberschreitend gewarnt werden. Die Zeitkette ist entscheidend“, so Tillich. Ob das Ganze als „Warnung“ oder als „Information“ geschehe, sei dabei nebensächlich. „Bei der Bekämpfung von Umweltschäden durch Havarien, entscheiden oftmals die ersten Stunden über Erfolg oder Misserfolg der eingeleiteten Maßnahmen“, betonte der Minister.
Bisher gab es im Warnsystem die Möglichkeiten einer „Information“ für weniger gefährliche Ereignisse. „Warnung“ stand für Ereignisse, in deren Folge auch andere Länder beeinträchtigt werden. Bei dem Unfall mit Zyanid an der tschechischen Elbe im Januar war es auf tschechischer Seite zu einer Fehleinschätzung der Gefährdung gekommen. Die sächsischen Behörden wurden lediglich informiert und nicht gewarnt. „Aus diesem Fehler haben wir alle gelernt“, so Tillich zu dem Ergebnis der IKSE-Sitzung.

Copyright © 2006 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!