10.05.2000
Erstmals tschechische Objekte im Klein-Erzgebirge
(DTPA) OEDERAN: In diesem Jahr werden in der Miniaturschauanlage "Klein-Erzgebirge" Oederan erstmals Nachbildungen von tschechischen Objekten zu sehen sein. Der Geschäftsführende Gesellschafter, Horst Drichelt sagt dazu gegenüber dtpa: "Das Erzgebirge hört ja nicht an der sächsisch-böhmischen Grenze auf. Deswegen war es uns ein großes Bedürfnis, auch Modelle von tschechischen Sehenswürdigkeiten in die Ausstellung aufzunehmen. Außerdem haben wir gute Kontakte zu tschechischen Vereinen." Gezeigt werden neben den bereits weit über 100 vorhandenen Miniaturen die Kirche Perstejn (Pürstein), das Hotel Klinovec (Keilberg), die Städtischen Parksäle Chomutov (Komotau) und die Dekanatskirche Most (Brüx) einschließlich ihrer "Verschiebung". Die ausgewählten Objekte können auf eine interessante Geschichte verweisen.
Dekanatskirche Most
Most eine Industriestadt in Nordböhmen besitzt seit 1257 Stadtrecht. Der Ort gilt als Zentrum des Brüx-Duxer Kohle-Reviers. Die Altstadt von Most ist im Braunkohlentagebau untergegangen. Lediglich die gotische Dekanatskirche wurde gerettet. Der Baubeginn der heutigen gotischen Dekanatskirche Most ist das Jahr 1517. Gebaut wurde nach den Plänen des von Benedikt Ried geförderten Architekten Jakob Heilmann aus Schweinfurt.
Im Jahr 1962 löste ein Beschluss der staatlichen Organe die Verschiebung der gotischen Kirche zu Most aus. Mit dem Beschluss wurde zugunsten der enormen Braunkohlevorräte die alte Stadt Most liquidiert. Allein zur Erhaltung der Dekanatskirche wurden verschieden Rettungsvarianten erwogen. 1969 entschied man sich für die Verschiebevariante. Die Kirche ohne den Turm, aber mit der Krypta der alten Kirche, wurde auf 53 vierachsige Kipphebelfahrgestelle der SKODA-Werke Pilsen aufgeladen und 841,1 Meter mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 2,16 cm in der Minute verschoben. Die Verschiebung dauerte vom 30. September bis zum 27. Oktober 1975.
Kirche Perstejn (Pürstein)
Das 351 Meter über dem Meeresspiegel liegende Perstejn war einst eine von Wald umgebene Sommerfrische an einem der steilsten Südhänge des Erzgebirges. Perstejn ist auch bekannt durch die Reste der gleichnamigen gotischen Burg (auch Birsenstein) auf dem Tafelberg, die von 1529 an verfiel. Sie wurde von den Hussiten zerstört. Im Ort Perstejn befindet sich die spätbarocke Kirche zum "Heiligen Wendelin". Sie wurde 1797 erbaut.
Hotel Klinovec (Keilberg)
Der Klinovec ist mit 1244 m über dem Meeresspiegel der höchste Punkt des Erzgebirges. Ehemals war der Keilberg bei St. Joachimsthal (Jachymov), mit gut geführtem Hotel, des damaligen EV Joachimsthal und steinernen Kaiser-Franz-Josefs-Aussichtsturm ein bekanntes und beliebtes Wanderziel. Heute machen die Gebäude leider einen sehr baufälligen Eindruck.
Städtische Parksäle Chomutov (Komotau)
Chomutov ist eine bedeutende Industriestadt inmitten des Kohle- und Energiezentrums. Die Städtischen Parksäle wurden 1904 im Neurenaissance-Stil erbaut. An gleicher Stelle befand sich früher das "Schießhaus". Die Städtischen Parksäle waren einst ein Zentrum für das rege kulturelle und gesellschaftliche Leben dieser Industriestadt. Das Gebäude wird heute noch als kulturelle und gastronomische Einrichtung genutzt.
Die neuen Objekte werden am 13. Mai offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Am gleichen Tag wird die Sonderausstellung "Eurominiatur Treff 2000" in Oederan eröffnet. Zu sehen sind dabei Ausstellungsstücke von anderen deutschen und europäischen Miniaturschauanlagen.

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