14.03.2006
Botschaft lädt zur Diskussion ein
(DTPA/MT) BERLIN: Die Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin lädt zur Diskussion zum Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus aus deutscher und tschechischer Sicht“ ein (23.03, 18:30 Uhr, Deutsches Technikmuseum Berlin).
In der Einladung heißt es: „Beide Nachbarländer haben den Nationalsozialismus sehr verschieden erlebt. Deutschland als eine Kollektive Verwirrung einer Mehrheit, Gewalt gerichtet gegen Mitbürger und eine Aggression nach außen, die zunächst von begeisterten Massen gefeiert wurde. Tschechoslowakei als eine Bedrohung von Seiten eines großen Nachbarstaates, Zerschlagung und anschließende Besetzung, Die Protektoratszeit war mit der erzwungenen Übernahme praktisch aller demokratiefeindlicher und rassistischer Prinzipien des 3. Reiches verbunden. Die Legitimität und Kontinuität des auf seinem Gebiet unterdrückten Staates hat die Tschechoslowakei durch die Tätigkeit eines Teiles ihrer Eliten im Ausland unterstützt, wobei sie sich unter die kriegsführenden Mächte an der Seite Großbritanniens Frankreichs und der Sowjetunion, später auch der USA, einreihte. In der Heimat wurde Widerstand geleistet, aber von den Strukturen des 3. Reiches brutal verfolgt. Arbeit des Heimatwiderstandes und Aktionen, die von der Exilregierung geplant wurden, führten zum Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich – mit den bekannten Folgen der Vernichtung von Lidice und Le˛áky und Verfolgung und Erschießung zahlreicher Opfer.
In dieser Zeit schien ein Attentat auf Hitler kaum möglich, obwohl schon seit einigen Jahren eine Gruppe von verzweifelten Politikern und Offizieren angesichts der fatalen Entwicklung im Reich über diese Lösung nachdachte. Stauffenbergs Versuch folgte mehr als 2 Jahre nach dem Heydrich-Attentat.
Über die Verschiedenen Perspektiven des Widerstandes in den Nachbarländern damals und heute, während der Historisierungsphase der Aufarbeitung der Geschichte des 3. Reiches und der Besetzung, wird nicht allzu oft diskutiert. Wir wollen eine solche Diskussion führen.“

Anmeldung: Anne-Katrin Ebert, ebert@dtmb.de, Tel.: 030/90254-452, Fax: 030-90254-175

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