21.02.2006
Umweltverbände im Kampf gegen Staustufen
(DTPA/MT) BERLIN/ PRAG: Deutsche und Tschechische Umweltorganisationen nehmen den Kampf gegen die weitere Kanalisierung der Elbe und den geplanten Staustufenbau gemeinsam auf. Das teilte Dr. Ernst Paul Dörfler vom BUND- Elbeprojekt mit. „Der Bau der geplanten Staustufe in der Elbe bei Decin verstößt gegen alle ökologische und volkswirtschaftliche Vernunft“, fassen deutsche und tschechische Umweltverbände ihre Position anlässlich des eingeleiteten Planungsverfahrens zusammen. „Die Kosten stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zum wirtschaftlichen Nutzen und den ökologischen Risiken.“
Das Betonprojekt würde geltendes EU-Recht verletzen. Die deutschen und tschechischen Umweltorganisationen werden alles dafür tun, damit das EU-Recht nicht mit Füßen getreten wird.
Besonders scharfe Kritik üben die Verbände an den falschen Planungsgrundlagen für den Staustufenbau. Es werde der Öffentlichkeit vorgegaukelt, dass die Elbe in Deutschland ganzjährig befahrbar sei, die Elbe in Tschechien dagegen nicht. Das widerspricht der Realität. Richtig ist, dass auch die Elbe in Deutschland – wie in Tschechien - oft über viele Monate Niedrigwasser aufweist und einen regelmäßigen und wirtschaftlichen Güterverkehr nicht zulässt. Die Elbe in Sachsen hatte in den Jahren 1997 bis 2003 durchschnittlich nur an 230 Tagen im Jahr eine Fahrrinnentiefe von mindestens 1,60 m zu bieten und nicht – wie in der Staustufenplanung zugrundegelegt – an 345 Tagen im Jahr.

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