13.02.2006
Drei-Länder-Region zeigt Profil
(DTPA/MT) DRESDEN: Mit mehr als 60 Teilnehmern aus Tschechien, Polen sowie Sachsen und Brandenburg rechnet die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) beim 3. Treffen des "Gesprächskreises Wirtschaftsförderung" am 27. und 28. Februar in Ústí n.L.. Organisiert vom Bezirksamt Ústí und der WFS treffen sich Wirtschaftsförderer, Unternehmensvertreter und Kammerverantwortliche, um sich über Aktivitäten bei der weiteren Entwicklung des gemeinsamen Wirtschaftsraums über die Ländergrenzen auszutauschen. Ein Exkursionsprogramm mit Besichtigung von Gewerbegebieten und Industrieansiedlungen nahe Ústí n.L. entlang der künftigen Autobahn A17/D8 rundet das Treffen ab.
Die WFS misst der Zusammenarbeit mit ihren Kollegen in Tschechien und Polen große Bedeutung zu. "Mit seiner Ost-Kompetenz, der Aufbauerfahrung seit 1990 und der bis heute gewachsenen modernen Industriestruktur möchte Sachsen Initiator für Kooperationen und grenzüberschreitende Netzwerke sein", begründet WFS- Geschäftsführer Markus Lötzsch das Engagement seiner Gesellschaft. Mit der EU-Erweiterung entstehen in Zentraleuropa neue industrielle Cluster beispielsweise im Automobilbau, mit neuen weit reichenden Zuliefer- und Wertschöpfungsketten. Davon können Unternehmen in allen drei Ländern profitieren. Lötzsch: "Eine engere Verzahnung einer über drei EU-Länder reichenden Wirtschaftsregion mit ihren ganz individuellen Stärken könnte auch die internationale Investorenansprache beflügeln." Der "Gesprächskreis Wirtschaftsförderung" hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, der Gesamtregion ein klares Profil zu geben. Dazu gehört auch die Suche nach einem griffigen Namen.
Die gemeinsame Vision lautet "3 Länder - eine Wirtschaftsregion im Herzen Europas". Mit 16 Millionen Einwohnern, 123.000 km² Fläche und einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 175 Milliarden Euro ist die 3-Länder-Grenzregion von Deutschland, Polen und Tschechien größer als Österreich und die Schweiz und wirtschaftlich so stark wie Griechenland. Diese Region ist geprägt von einer über Jahrhunderte währenden gemeinsamen Historie, einer reichhaltigen Kultur und einer Wissenschafts-, Industrie- und Handelsentwicklung, die Europa nachhaltig geprägt hat.
Um das gemeinsame Anliegen deutlich zu machen, haben die WFS und die ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB) gemeinsam mit tschechischen und polnischen Partnern eine 3-Länder-Landkarte erarbeitet, die jetzt druckfrisch vorliegt. Die Vorderseite zeigt die "Wirtschaftsregion ohne Grenzen", bestehend aus Sachsen, Brandenburg, den polnischen Woiwodschaften Lubuskie, Wielkopolskie und Dolnoslaskie sowie den tschechischen Bezirken Liberec, Ústí und Karlovy Vary im Maßstab 1 : 750.000. Auf der Rückseite stehen Informationen zu den wirtschaftlichen Potenzialen, statistische Angaben und Kontaktdaten von Ansprechpartnern in vier Sprachen, auch in Englisch.
Es gibt bereits viele funktionierende grenzüberschreitende Kooperationen. Die Aktivitäten der Euroregionen gehören ebenso dazu wie Kooperationen in traditionsreichen Wirtschaftszweigen wie der Textilindustrie, die gemeinsame Vermarktung eines Gewerbegebietsverbundes der Städte Bogatynia, Hrádek nad Nisou und Zittau oder EU-Projekte wie 3-CIP, das die länderübergreifende interregionale Unternehmertätigkeit fördert.

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