13.04.2001
Weiter Streit um "Sieben-Jahres-Modell"
(DTPA/DH) BRÜSSEL/WIEN: Der Vorschlag der EU-Kommission für flexible Übergangsfristen bei der Öffnung des EU-Arbeitsmarktes wird von den Kandidatenländern weiterhin abgelehnt. Die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ zitiert den Vertreter Tschechiens bei der EU, Libor Secka, mit den Worten, dass eine Beschränkung der Personenfreizügigkeit "schwer akzeptabel" sei. Außenamtssprecher Ales Pospisil: "Ich glaube, dass die EU flexibel auftreten und zwischen den Beitrittskandidaten unterscheiden wird." Er könne sich nicht vorstellen, dass Tschechien "grundlos und langfristig" eine der vier Grundfreiheiten des gemeinsamen Europa nicht in Anspruch nehmen dürfe. Auch der slowakische Chefverhandler mit der EU, Staatssekretär Jan Figel, lehnte die Übergangsfristen dem Bericht zufolge als "ökonomisch unbegründet" ab. EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen verteidigte erneut den Vorschlag der Kommission. Die geplanten Übergangsfristen nützten auch den Beitrittsländern, so Verheugen. Nicht nur die Mitgliedsländer, sondern auch die Kandidaten hätten Angst vor einer zu schnellen Freizügigkeit. Deshalb sei eine behutsame Annäherung unvermeidlich. Von den zwölf Beitrittswerbern traue er zehn Kandidaten die Aufnahme in die EU bis zu den Wahlen des Europa-Parlaments im Jahr 2004 zu, sagte Verheugen. Die Verhandlungen zwischen den EU-Ländern über eine gemeinsame Position beginnen am 20. April.

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