04.02.2006
Deutsch-tschechischer Lichtmessgottesdienst in Mos
(DTPA/MTL) MOST/ ANNABERG- BUCHHOLZ: Die Unterschiede waren zu erleben: deutsch und tschechisch, evangelisch und katholisch, christlich und atheistisch, jung und alt. Sehr verschiedene Menschen trafen sich am Lichtmesstag (2. Februar) in Most, das weithin bekannt ist durch die verschobene Dekanatskirche, die wie die alte Stadt dem Tagebau weichen musste.
Aus dem Kirchenbezirk Annaberg reisten 18 Personen in die tschechische Industriestadt, um dort zur Vertiefung der deutsch-tschechischen Beziehungen in der kleinen, vor 15 Jahren erbauten kath. Kirche einen ökumenischen Wortgottesdienst zu feiern. Geleitet wurde diese Lichtmessfeier vom ev.-luth. Superintendenten Führer, Annaberg, und dem röm.-kath. Dekan Hurt, Most. An der Ausgestaltung waren auch ein tschechischer und ein deutscher ev. Pfarrer beteiligt.
Als eindrücklich wurde von der gut fünfzig Personen umfassenden Gottesdienstgemeinde vor allem das Fürbittgebet erlebt, wo Kerzen entzündet und spontan Gebetsanliegen in beiden Sprachen formuliert wurden. Dabei waren die sozialen Fragen der benachbarten Länder ebenso präsent wie aktuelle Probleme im Nahen Osten.
Von Kirchenmusikdirektor Süß, der auch als Organist auftrat, wurden Gemeindegesänge angeleitet. Dass einige Lieder, das Glaubensbekenntnis und Vaterunser gleichzeitig in zwei Sprachen gesungen bzw. gebetet werden können, hat sich bei der gottesdienstlichen Feier einmal mehr bestätigt. Dass die deutsche Gruppe auch in der Lage war, vierstimmig zu singen, fand auf tschechischer Seite Bewunderung.
In der anschließenden Gesprächsrunde kamen dann auch die Vertreter der Kommunen zu Wort. Holger Trautmann überbrachte die Grüße der Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz. Der Moster Bürgermeister Weiß erzählte von anstehenden Fragen in seinem Verantwortungsbereich.
Bei diesem Gespräch konnte auch angeknüpft werden an die Eindrücke, die eine in der Mittagszeit gemeinsam besuchte Ausstellung von „non profit“-Vereinen (z. B. Familienzentren, Kindertreffs, Hospizarbeit) hinterlassen hatte. So legten sich auch Gedanken nahe, wie in Zukunft der Erfahrungsaustausch auf sozialdiakonischem Feld weitergeführt werden kann.
Bevor von Superintendent Führer die Gegeneinladung ausgesprochen wurde, stellten alle in inzwischen regelrecht ausgelassener Atmosphäre fest: Dieser Tag war wie eine Brücke über Gegensätze hinweg. Das nährt Hoffnungen für uns als Euroregion.

Bild: Annaberger Chor in der kath. Kirche von Most
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