16.12.2005
Zukunftsfonds zu Gast in München
(DTPA/MTL) MÜNCHEN: Auf Einladung der Bayerischen Staatskanzlei in München führte der Verwaltungsrat des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds seine letzte Sitzung in diesem Jahr am 15./16. Dezember in der Bayerischen Staatskanzlei und im Sudetendeutschen Haus durch. Dabei hatte der Verwaltungsrat die Gelegenheit, sich zu den Fortschritten in der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit mit der Staatsministerin Emilia Müller, der Vizepräsidentin Frau Barbara Stamm MdL und den Vertretern der im Sudetendeutschen Haus untergebrachten Institutionen auszutauschen.
In München tagte der Zukunftsfonds zum zweiten Mal. Im Februar 2003 war er hier zusammen mit dem ihm organisatorisch verbundenen Deutsch-Tschechischen Gesprächsforum anlässlich dessen Jahreskonferenz.
Der Verwaltungsrat behandelte auf der Münchener Sitzung 95 Projekte, wobei 75 davon positiv entschieden wurden. Die Höhe der diesmal bewilligten Fördermittel beträgt ca. 410.000 Euro.
Auch für das nächste Jahr planen engagierte Organisationen und Privatpersonen wieder verschiedenste Gemeinschaftsprojekte für die Jugend, für Minderheiten, sowie die Vermittlung der Kultur im jeweiligen Nachbarland.
Gefördert wird so z.B. der über die Grenzen ausgeweitete Wettbewerb Jugend debattiert international, bei dem nun auch Tschechen und Deutsche ihre argumentativen Kräfte messen können. Aber auch die Umwelt und das lokale Kulturerbe ist ein beliebtes Thema gemeinsamen Interesses. So wird unter Mithilfe des Zukunftsfonds nicht nur ein Sommerlager auf Burg Hohenberg Kindern die Wildnis erschließen, sondern auch Schüler aus Bautzen und Varnsdorf arbeiten sich demnächst im gemischten Unterricht in die Fragen der Geschichte, Naturgeschichte und Geographie ein.
Als Beispiel der Kulturprojekte ist die breit angelegte Ausstellung „Tschechen, Deutsche und Slowaken im 20. Jahrhundert“ der Stiftung Haus der Geschichte der BRD zu nennen, die in der zweiten Hälfte des Jahres auch im Prager Nationalmuseum gezeigt werden wird. Ebenso aktiv im deutsch-tschechischen Austausch sind die Künstler und Kulturmanager im Grenzgebiet, unter denen besonders die Arbeit des Kunstvereins Selb hervorzuheben ist. Der Verein veranstaltet vom Frühling bis Ende des Sommers 2006 eine Begegnungsreihe „Grenzenlos?“ rund um die bildende Kunst beider Länder.
Unter den diesmal geförderten Renovierungsprojekten, die mit Hilfe der deutschen Heimatvertriebenen verwirklicht werden, ist z.B. die Renovierung der Kirche des Hl. Johannes des Täufers in Horní Habartice. In ihrer Gesamtheit erneuert werden wird mithilfe des Zukunftsfonds auch die Synagoge im lassizistischen Stil in Jièín.
Die Tradition und Beliebtheit der Iglauer Gespräche in Zusammenarbeit der Ackermann-Gemeinde und B. Bolzano Stiftung, würdigte der Verwaltungsrat erneut durch einen Zuschuss für die nun fast zweihundert Besucher.
Der Verwaltungsrat bewilligte ebenso wieder die jährlichen Rehabilitationsmaßnahmen für 80 Senioren der deutschen Minderheit in verschiedenen Kureinrichtungen in der Tschechischen Republik. Erweitert wurde diese Unterstützung nun um kürzere rehabilitierende Maßnahmen am Wohnort, die den Wünschen von weniger mobilen Betroffenen entgegen kommen.

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