13.12.2005
Ausstellung: Die Architektur der Brünner Secession
(DTPA/MT) BERLIN: Die Ausstellung: Die Architektur der Brünner Secession. Fotografien von Ales Lezatka ist bis 13.1.2006 im Tschechischen Zentrum Berlin zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.
In den Jahren 1895 bis 1914 entstanden in der mährischen Stadt Brünn Jugendstilbauten, die sich durch ein breites Spektrum stilistischer Nuancen auszeichneten. Die Architekten stammten zumeist aus Mähren oder Schlesien und waren deutscher oder tschechischer Nationalität. Den Höhepunkt dieser Epoche bildeten die Bauten von Schülern Otto Wagners, der Professor an der Akademie in Wien war. Die Villa Reissig von Leopold Bauer wurde von der damaligen Publizistik als "das erste moderne Haus in der österreichischen Monarchie" bezeichnet, und die Fassade der Kreiskrankenkasse hielt man für ein Beispiel "des ornamentlosen Ornaments".
Wagners Dom des Hl. Leopold in Wien-Steinhof näherte sich der Architekt Franz Holik mit dem Interieur der Pfarrkirche der Unbefleckten Empfängnis Mariä. Zu Wagners sogenannter geometrischer Secession bekannten sich in Brünn auch Bohumir Cermak, Alois Ludwig und Jan Mracek.
Die Arbeiten des Architekten Dusan Jurkovic, vor allem seine eigene Villa in Brünn, machten aus Mähren eines der mitteleuropäischen Zentren der folkloristischen Secession. Zu den Bauten des sich überlebenden späten Historismus hatte die erste Generation von Wagners Schülern eine kritische Haltung und nannte sie höhnisch "Karneval der Stile".
Manche der radikalen Secessionisten kehrten jedoch noch vor dem Jahr 1910 zum Vermächtnis der historischen Architektur zurück. Die Bezeichnung "Karneval der Stile" hat heute den abwertenden Beigeschmack verloren und ist eher ein Beleg für die Meinungspluralität, die vor hundert Jahren die Architektur in Brünn beherrschte.
Auf seinen Fotografien zeigt Ales Lezatka die Bauten der Brünner Secession in Gesamtaufnahmen und in Details.
Das Tschechische Zentrum hat die Ausstellung von der Galerie architektury Brno übernommen.

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