28.11.2005
Starker Wirtschaftsraum mit Nachbarn
(DTPA/MT) WURZEN: Angesichts des internationalen Wettbewerbs forderte Sachsens Staatsminister Hermann Winkler die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Freistaat auf, stärker die Vorteile von Kooperationen und Netzwerken zu nutzen. „Ein Ziel der grenzüberschreitenden Aktivitäten des Freistaats ist es, die Region Sachsen, Böhmen und Niederschlesien wieder zu einem zusammenhängenden starken Wirtschaftsraum werden zu lassen,“ sagte Winkler heute (28.11.2005) auf einer Veranstaltung des Vereins „Standortinitiative Wurzen e. V. zum Thema „Europa und die regionale mittelständische Wirtschaft in Sachsen“ in Wurzen. Dafür engagiere sich die Staatsregierung unter anderem mit ihrem Sachsen-Verbindungsbüro in Brüssel. Die Lobbyarbeit des Freistaates vor Ort sei wichtig, um in der Konkurrenz mit rund 250 europäischen Regionen wahrgenommen zu werden. Das Sachsen-Verbindungsbüro helfe auch sächsischen Unternehmen, Kammern und Verbänden, ihre Interessen durchzusetzen. Ausdrücklich begrüßte der Staatsminister das neue starke Engagement der Industrie- und Handelskammer Leipzig in Brüssel und Osteuropa.
Für die Unternehmen sei es notwendig, die sich seit der EU-Osterweiterung zum 1. Mai 2004 eröffneten Chancen im nunmehr mit 455 Millionen Einwohnern größten Binnenmarkt der Welt zu nutzen. „Weil die sächsischen Unternehmer nah an den neu entstandenen Märkten der Staaten Mittel- und Osteuropas dran sind, können sie beispielsweise arbeitskostenintensive Produkte dort fertigen lassen. Dadurch werden hoch qualifizierte Arbeitsplätze in Sachsen gesichert,“ ermutigte der Staatsminister die Veranstaltungsteilnehmer, die Vorteile in den sächsischen Nachbarstaaten zu nutzen. Zudem seien durch den Wegfall der bestehenden Handels- und Dienstleistungsbarrieren noch engere Kooperationen möglich.
Winkler nannte als Beispiel für die Erfolge der sächsischen Europapolitik, dass der Freistaat in diesem Jahr zusätzliche 156 Millionen Euro für die Wirtschaftsförderung und die Schaffung von Arbeitsplätzen einsetzen kann, die zuvor für andere Zwecke gebunden waren. „Durch die solide sächsische Haushaltspolitik ist es bislang auch immer gelungen, die für die Förderung notwendige Kofinanzierung zu stemmen,“ machte Winkler deutlich. Allerdings müssten sich alle Beteiligten darauf einstellen, dass die im Rahmen der Strukturfonds in die neuen Länder fließenden Mittel aller Voraussicht nach zurückgehen werden. Ein wichtiges Datum für die Sächsische Staatsregierung sei deshalb das Jahr 2020. „Nach dem Auslaufen des Solidarpaktes II brauchen wir in Sachsen eine sich selbst tragende Wirtschaftsentwicklung,“ erklärte der Staatsminister. „Auch sollten wir bis dahin, unsere demographischen Herausforderungen in den Griff bekommen haben.“

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