23.11.2005
Geld nicht für Elbestaustufen ver(sch)wenden
(DTPA/MT) DRESDEN: Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich trifft heute (Mittwoch, 23. November) in Brüssel den Umweltkommissar der Europäischen Union, Stavros Dimas. Der Minister wird Dimas auch auf die auf tschechischer Seite geplanten Elbestaustufen ansprechen. Sachsen habe aus der Flut im Jahr 2002 gelernt, dass Flüssen Raum gegeben werden muss. Naturnahe Flüsse könnten Hochwasser deutlich besser abfangen als verbaute Gewässer. „Die Staustufen schaden nicht nur dem Ökosystem Elbe in Tschechien, sondern wirken sich bis weit nach Sachsen hinein aus“, so Tillich. Auch sei der Ausbau des Flusses weder mit der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie noch mit der Fauna- Flora- Habitat- Richtlinie vereinbar.
Tillich wird den Umweltkommissar bitten, die Linie seiner Amtsvorgängerin Margot Wallström beizubehalten. Diese hatte Anfang des vorigen Jahres Sanktionen angekündigt, sollten durch den Staustufenbau europäische Umweltnormen umgangen werden.
Wie Tillich betonte, sei die Elbe auch ohne Staustufen als Schifffahrtsstraße nutzbar. Der Schlüssel zur Entwicklung der Binnenschifffahrt liege nicht in einem weiteren Ausbau des Flusses. „Wir dürfen nicht den Fluss den Schiffen anpassen, sondern die Schiffe dem Fluss.“

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