31.03.2001
„Gewaltsame Ent-Nationalisierung der Sorben"?
(DTPA/DH) PRAG/MÜNCHEN: Der Prager Philosophieprofessor und Mitglied des deutsch-tschechischen Gesprächsforums Miroslav Bednar sieht die sorbische Minderheit in Deutschland in Gefahr. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ in München heute berichtet, spricht Bednar von einer „gewaltsamen Ent- Nationalisierung der Sorben im administrativen Sinn.“
Hintergrund ist die vom sächsischen Kultusministerium verfügte Schließung der sorbischen Mittelschule in Crostwitz. Den Sorben kommt der moralische Beistand aus Prag derzeit gerade recht. „Wir sind so klein, dass wir Unterstützung brauchen“, sagt Jurij Wuschansky, Sprecher des sorbischen Kulturverbandes Domowina dem Blatt.
Derzeit werden noch 60.000 Sprecher der sorbischen Sprachen (Ober- und Niedersorbisch)gezählt, die Dunkelziffer liegt allerdings weitaus niedriger.
Zwar erklärt die sächsische Landesverfassung, dass die „Sorben gleichberechtigter Teil des Staatsvolkes“ sind, befürchtet werden nun aber weitreichende Kürzungen der Kulturunterstützung für die Sorben.
Tschechisch ist der obersorbischen Sprache sehr ähnlich, die Sorben in Sachsen sehen die Tschechen als die nächsten Verwandten an.

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