08.10.2005
MDR- Preis für osteuropäischen Dokumentarfilm
(DTPA/MTL) LEIPZIG: In bewährter Tradition vergibt der MDR auch auf dem 48. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm den Preis für einen herausragenden osteuropäischen Film. Die Entscheidung fiel in diesem Jahr auf "Source" von Martin Marecek aus der Tschechischen Republik.
"Source" spielt in dem berühmt-berüchtigten Ölgebiet Baku in Azerbaidshan. Das Prager Filmteam veranstaltet hier in Schwejkscher Manier eine Spurensuche, in dem es sich naiv und unwissend stellt und zum Teil mit verdeckter Kamera dreht. Auf diese Weise gelingt es ihm, die Hintergründe und Zusammenhänge eines ganzen Netzes von Korruption, Profitgier und Machtmissbrauch aufzuzeigen. Während die örtlichen und internationalen Ölmagnaten schamlos ihre ausbeuterischen Interessen zu kaschieren versuchen, leben die Arbeiterfamilien in bitterer Armut und müssen mit ansehen, wie ihr Land auf eine ökologische Katastrophe hin gesteuert wird. Nichts ist übrig geblieben vom ehemaligen Stalinschen Heldenmythos. Heute weiden die Kühe gleich neben den Öllachen, die Wäsche hängt im aufsteigenden Mief und die Menschen versuchen vergeblich Gehör zu finden.
"Source" ist bei aller journalistischen Schlitzohrigkeit zugleich ein sehr gut gedrehter und montierter Dokumentarfilm.

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