21.03.2001
Das zweite Leben der Elbe
(DTPA/MT) DRESDEN: Zehn Jahre nach der Wende ist die Elbe auf dem besten Weg, wieder ein sauberer Fluss zu werden. Von einer gigantischen Aufgabe, die noch immer nicht abgeschlossen sei, sprach Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Er verwies
anlässlich des "Internationalen Tag des Wassers" auf die Anstrengungen, die aus der streckenweise biologisch fast toten Elbe wieder einen lebendigen Fluss gemacht haben. Gestank und "dicke braune Brühe" seien keine Attribute mehr für Sachsens größten Fluss, der Ende der achtziger Jahre aus dem natürlichen Gleichgewicht zu kippen drohte. "Der Schadstoffgehalt der Elbe konnte in den vergangenen Jahren drastisch reduziert werden", sagte Flath. So sei der Phosphor- und Stickstoffgehalt um 30 Prozent, der Zinkgehalt um 75 Prozent und die Belastung mit Quecksilber sogar um 80 Prozent zurückgegangen.
Äußeres Zeichen für die verbesserte Wasserqualität sei die Artenvielfalt, die sich wieder entwickelt habe. Mittlerweile gibt es in der oberen Elbe 43 Fischarten. Das sind 11 mehr als 1993 und fünf mehr als Ende des 19. Jahrhunderts. Neben Bachforelle, Äsche, Quappe und Rapfen sind auch so seltene Arten wie Flussdeckelschnecke und Blauflügelprachtlibelle an die Elbe zurückgekehrt.
Die Wiederbelebung der Elbe sei nur durch Milliarden-Investitionen in die Abwasserreinigung möglich geworden, so Flath. Der Freistaat hat seit 1990 rund 5,5 Milliarden Mark an Fördermitteln in Bau und Sanierung von mehr als 500 Kläranlagen und Abwasserkanäle im Einzugsbereich der Elbe gesteckt. Das entspricht einem Investitionsvolumen von 8,9 Milliarden Mark. Allein im Jahr 1999/2000 wurden 582 Millionen Mark Fördermittel für die kommunale Abwasserbeseitigung zur Verfügung gestellt. Die Wasserqualität hat sich durch diese Maßnahmen auf dem sächsischen Abschnitt der Elbe von "übermäßig verschmutzt" (Güteklasse IV) fast durchgängig auf nur noch "mäßig belastet" (Güteklasse II) verbessert. Wie Messungen im Jahr 2000 ergeben haben, hat sich beispielsweise der Sauerstoffgehalt der Elbe seit 1997 auf hohem Niveau stabilisiert, die Belastung mit Ammonium-Stickstoff und Halogenverbindungen ging auch im vergangenen Jahr weiter zurück.
Bei einigen Stoffen, z.B. Hexachlorbenzol, ist die Belastung jedoch nach wie vor zu hoch. Zum Teil kommen diese Belastungen aus Tschechien. Insgesamt fünf deutsch-tschechische Umweltschutzprojekte, darunter Abwasserbehandlungsanlagen von zwei chemischen Großbetrieben, sollen dazu beitragen, dass sich die ökologische Qualität der Elbe weiter verbessert.

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