22.04.2000
Optimistische deutsche Investoren in Tschechien
(DTPA) PRAG: Die Ergebnisse der traditionellen Frühjahrsumfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) in Prag unter deutschen Investoren aus dem Kreis ihrer Mitgliedsunternehmen zeigen ein insgesamt positives Bild. Im Vergleich zu den Ergebnissen des Vorjahres ist eine deutliche Verbesserung der Stimmung unter den deutschen Investoren in Tschechien zu verzeichnen. Die Unternehmen sind überwiegend zufrieden mit ihrer eigenen Entwicklung und Geschäftslage. Sie blicken optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr und planen eine Ausweitung ihrer Aktivitäten. Gleichwohl bewerten sie entscheidende Merkmale des Standortes Tschechien kritisch.
Immerhin 93 Prozent der befragten Unternehmen zeigten sich mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. 56 Prozent bezeichneten ihre Lage als gut, nur 7 Prozent waren unzufrieden. Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als nur 36 Prozent aller befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut und 19 Prozent als unbefriedigend bezeichneten. Zwei Drittel der Unternehmen erreichten 1999 eine Umsatzsteigerung, ungeachtet der noch anhaltenden tschechischen Wirtschaftskrise. Die im Land produzierenden deutschen Unternehmen trugen wesentlich zur guten Gesamtwertung im Frühjahr 2000 bei: 67 Prozent bezeichneten ihre Lage als gut. Etwas ungünstiger ist - angesichts der noch andauernden Investitions- und Konsumschwäche in Tschechien - die Stimmung unter reinen Vertriebsgesellschaften. Doch auch hier dominieren die positiven Wertungen.
Für das Geschäftsjahr 2000 sind die befragten Unternehmen ebenfalls optimistisch eingestimmt: 65 Prozent erwarten eine weitere Verbesserung, nur 5 Prozent eine Verschlechterung ihrer eigenen Entwicklung. Die Aussichten sind im Saldo damit wesentlich besser als im Vorjahr, als 29 Prozent eine Verbesserung und 22 Prozent eine Verschlechterung erwarteten. Diese positiven Erwartungen für das Jahr 2000 teilen alle Branchen. Jedoch liegen die Erwartungen der Unternehmen, die stärker auf den tschechischen Markt ausgerichtet sind, leicht über der Gesamtwertung. Sie stützen sich auf die zu beobachtende gesamtwirtschaftliche Erholung in Tschechien, die ihr Geschäft positiv beeinflussen wird. Besonders deutlich wird dies bei Handels- und Vertriebsunternehmen (Handelsvermittlung, Groß- und Einzelhandel), die fast alle eine Verbesserung ihrer Geschäftslage für das Jahr 2000 erwarten. Hier manifestiert sich die Hoffnung, dass die "tschechische Krise" ihren Höhepunkt überschritten hat und auch die tschechische Industrie wieder als Abnehmer oder Geschäftspartner an Bedeutung gewinnen kann.
71,7 Prozent der befragten Unternehmen erwarten für 2000 eine Steigerung ihres Umsatzes und gerade 6,3 Prozent einen Rückgang. Die Produktionsunternehmen vor Ort sind ebenfalls optimistisch bezüglich ihrer Umsatzentwicklung. Sie liegen mit ihren Erwartungen aber etwas unter dem Gesamtergebnis.
Auch für die tschechische Gesamtwirtschaft zeichnet sich, so die Einschätzung der Unternehmen, endlich eine Belebung ab. 40 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas, nur 13,8 Prozent eine Verschlechterung. Zum Vergleich: Im Vorjahr erwarteten 71,6 Prozent eine Verschlechterung und gerade 2,3 Prozent eine Verbesserung.
Die positiven Einschätzungen schlagen sich in den Investitions- und Beschäftigungsplanungen der Unternehmen nieder. 57,5 Prozent aller Befragten planen eine Ausweitung ihrer Investitionen in Tschechien. Gleichzeitig wollen 58,9 Prozent im Jahr 2000 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Besonders starke Beschäftigungsimpulse gehen von Handels- und Finanzunternehmen aus, aber auch von den produzierenden Betrieben. Damit werden die deutschen Unternehmen deutlich zur Stabilisierung der Beschäftigungslage in Tschechien beitragen. Noch immer können nicht alle Betriebe ihren Fachkräftebedarf - in qualitativer und quantitativer Hinsicht - mit einheimischen Arbeitnehmern decken: 8,1 Prozent der befragten Unternehmen planen auch die Neueinstellung von Personal, das nach Tschechien "entsandt" wird.
In ihrer Frühjahrsumfrage befragte die DTIHK 320 Unternehmen aus dem Kreis ihrer Mitglieder zu Geschäftslage, Planungen und verschiedenen Aspekten ihrer Aktivitäten in Tschechien. 41 Prozent der angeschriebenen Unternehmen beteiligten sich an der Umfrage. Die Antworten repräsentieren einen erheblichen Teil der von deutschen Unternehmen in Tschechien vorgenommenen Investitionen.

Copyright © 2000 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!