14.08.2005
IV. Festival tschechischer Kunst und Kultur
(DTPA/MT) BERLIN: Mit der multimedialen Projektionsshow „Locomotion“ begann am 12. August in Berlin das IV. Festival tschechischer Kunst und Kultur.Moderne Theater-, Musik- und Tanzproduktionen aus dem Nachbarland Tschechien stehen im Mittelpunkt des Festivals im Sommer und Herbst dieses Jahres. Bis zum 30. November sind mehr als 20 Veranstaltungen geplant. Erstmals präsentiert sich das schon zur Tradition gewordene Festival nicht nur in Berlin. Auch am Staatsschauspiel Dresden und im Schauspielhaus Köln wird es Theater- und Tanzaufführungen geben.
Vom 31. August bis 3. September zeigt das Stadttheater Brünn in Berlin das Open-Air-Musiktheater „Ein Sommernachtstraum“ nach Motiven der Komödie von William Shakespeare. Das Stück der erfolgreichen tschechischen Musical- Autoren Zdenek Merta (Musik) und Stanislav Mosa (Text) handelt von Unentschlossenheit und Eifersucht in der Mann-Frau-Beziehung sowie vom Gegensatz zwischen Gut und Böse und gipfelt am Ende in einer zauberhaften Verherrlichung der Liebe. Die Aufführungen finden am 31. August und 2. September am Bundespressestrand gegenüber dem Kanzleramt sowie am 1. und 3. September auf der Freilichtbühne an der Zitadelle in Berlin-Spandau statt. Beginn am 31.08., am 01. und 02.09. ist jeweils 19.00 Uhr, am 3.09. um 15.00 Uhr. Gespielt wird in deutscher Sprache.
Zum Thema „Der Übergang zum digitalen Fernsehen in der Tschechischen Republik“ ist in der Botschaft der Tschechischen Republik (Wilhelmstraße 44) vom 9. bis 10. September eine Konferenz geplant. Experten aus Tschechien und Deutschland wollen darüber diskutieren, wie die Digitalisierung praktisch vonstatten geht und welchen Einfluss dies vor allem auf das Regionalfernsehen haben wird.
60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges bildet das Thema „Theresienstadt und die Kinder“ in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt des Festivals. Vom 15. Oktober bis 30. November wird in der Euopäischen Akademie Berlin-Grunewald die Ausstellung „Zeichne, was du siehst“ der Prager Malerin Helga Weissova-Hoskova gezeigt. Die Künstlerin war selbst als Kind mit ihrer Familie in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt worden. Dort zeichnete sie das Alltagsgeschehen. „Zeichne, was du siehst“, hatte ihr Vater zu ihr gesagt. Die einzigartigen Bilder, die eindrucksvoll die Realität im Lager dokumentieren, waren in einem Theresienstädter Haus versteckt und so vor der Vernichtung bewahrt worden. Frau Weissova-Hoskova wird ihre Ausstellung persönlich eröffnen.
Als Begleitprogramm zur Ausstellung ist u.a. ein Symposion über den tschechischen Diplomaten und Schriftsteller Camill Hoffmann vorgesehen. Hoffmann führte ab 1932 ein Tagebuch, in dem er politische Verhandlungen dokumentiert. Interessant sind insbesondere Hoffmanns Schilderungen der Atmosphäre und Stimmung jener Zeit. Hoffmann, der sich stets um das deutsch-tschechische Verständigung bemühte und nach nach 1933 vielen verfolgten Deutschen die Flucht ins tschechoslowakische Exil ermöglichte, wurde 1944 ebenfalls nach Theresienstadt verschleppt und später in Auschwitz ermordet.

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