03.08.2005
Kriminalisierung statt Konfliktlösung ?
(DTPA/FM) DRESDEN: "Die Ursache des gewaltsamen Konfliktes um das Festival CzeckTek am vergangenen Wochenende (30./31.07.) liegt ganz woanders, als der tschechische Innenminister glauben machen will", äußerte jetzt der Inhaber der deutsch-tschechischen Musikagentur "Transmusic", Mirko Sennewald. Es handele sich um kaum mehr als einen klassischen Generationenkonflikt, wie er aus der Geschichte der Popmusik lange bekannt sei. Schon in den 60ern sei mit Staatsgewalt gegen die aufkommende Beatmusik und ihre Fans vorgegangen worden, den Erfolg der Musik habe das allerdings nicht aufhalten können. "Schon damals wurden Anhänger einer Musikrichtung und eines damit verbundenen Lebensstils kriminalisiert statt ernstgenommen und in die Gesellschaft implementiert", so Sennewald weiter. Einer demokratisch verfassten Gesellschaft stünden derartig überzogenen Reaktionen der Staatsmacht schlecht zu Gesicht.
Der tschechische Innenminister Paroubek hatte gestern (02.08.) unter Hinweis auf Schmutz und Lärm, Störung der Umwelt und das Risiko der Verbreitung von Aids, Gelbsucht und Salmonellen den Polizeieinsatz gerechtfertigt. 2.000 Polizisten hatten dabei unter Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas das Festival CzeckTek mit 5.000 Besuchern gestürmt und aufgelöst.

Copyright © 2005 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!