20.06.2005
Ungebremste Nachfrage für Kleinprojekte
(DTPA/MTL) MARKTREDWITZ: Die Nachfrage nach europäischen Fördermitteln für bayerisch-tschechische Kleinprojekte und Begegnungsmaßnahmen ist auf bayerischer Seite nach wie vor ungebremst: Der Vergabeausschuss der EUREGIO EGRENSIS behandelte in seiner jüngsten Sitzung insgesamt 30 Projektanträge, 24 davon wurden zur Förderung aus dem so genannten „INTERREG-Dispositionsfonds“ genehmigt. „Dies ist ein gutes Zeichen dafür“, so die EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern in einer Stellungnahme, „dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit immer intensiver wird und auch immer besser funktioniert.“ Wenn sich so viele Menschen im Grenzraum um Projekte mit tschechischen Partnern bemühen, dann sei man in den bayerisch-tschechischen Beziehungen auf einem sehr hoffnungsvollen Weg.
Die genehmigten Projekte erstrecken sich auf ein Gebiet von Hof im Norden bis Schönsee oder Eslarn (Landkreis Schwandorf) im Süden der Euregio sowie von Himmelkron (Landkreis Kulmbach) oder Bayreuth im Westen bis in den Raum Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab unmittelbar an der bayerisch-tschechischen Grenze.
Die Projekte selbst sind ausgesprochen vielfältig und spiegeln die Kreativität der Antragsteller wider. Weiterbildungs- und Schulprojekte sind ebenso dabei, wie Maßnahmen im Rahmen von Städte- und Gemeindepartnerschaften oder Kultur- und Tourismusveranstaltungen. Im Mittelpunkt der meisten Vorhaben steht jedoch die zwischenmenschliche Begegnung, ein Aspekt, der bei der Förderung aus dem Dispositionsfonds der Euregio ausdrücklich erwünscht ist.
Wie die EUREGIO EGRENSIS weiter mitteilt, wird die Kleinprojekteförderung der Euregio ab Herbst dieses Jahres eine neue Qualität bekommen. Dann nämlich werden erstmals in einem gemeinsamen paritätisch besetzten Vergabeausschuss sowohl bayerische als auch tschechische Projektanträge behandelt. Möglich wird dies durch den EU-Beitritt der Tschechischen Republik und durch die Einführung des INTERREG-Programms auch im Nachbarland. Bisher konnten diese Mittel nur in Bayern fließen, die Projekte mussten jedoch mit der böhmischen Arbeitsgemeinschaft der EUREGIO EGRENSIS abgestimmt werden.
Diese noch engere Zusammenarbeit wurde nun schon seit Monaten intensiv vorbereitet, zum Beispiel durch die Erarbeitung zweisprachiger Dokumente oder einer auf beiden Seiten abgestimmten Geschäftsordnung für den gemeinsamen Ausschuss. Für die Akteure in der Euregio ist diese Veränderung eine neue Herausforderung auf beiden Seiten und wird als weiterer Schritt zu einer noch intensiveren Partnerschaft gesehen.

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