18.05.2005
Schröder in Prag
(DTPA/MT) PRAG: Bundeskanzler Schröder ist am 17. Mai in Prag mit dem neuen tschechischen Ministerpräsidenten Jiri Paroubek zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die zukünftige Europapolitik. Beide Regierungschefs bekräftigten, dass die Zukunft von Tschechien und Deutschland in einer gemeinsamen europäischen Zukunft liege, die beide Länder voranbringen müssten.
Mit Blick auf die jüngsten Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber lobte Schröder den ausgezeichneten Zustand der deutsch-tschechischen Beziehungen. Stoiber hatte beim Pfingsttreffen der Sudetendeutschen im europäischen Nachbarstaat für Empörung gesorgt, nachdem er die Enthüllung einer Statue für den früheren Präsidenten Edvard Benes und die Vertriebenenpolitik Tschechiens kritisiert hatte.
"Wir denken überhaupt nicht daran, die Beziehungen durch die eine oder andere Sonntagsrede in Unordnung bringen zu lassen. Es gibt speziell im Süden bei uns offenbar selbst ernannte Propheten, die nun jeden Berg besteigen, um eine nicht akzeptable Botschaft los zu werden", betonte Schröder.
Damit wolle er nicht die "persönliche Katastrophe", die in jeder Form der Vertreibung liegt, relativieren. Aber Ursachen und Folgen dürften nicht verwechselt werden: "Die Ursache sind Besetzung und Krieg. Das ist von Deutschland ausgegangen", sagte der Bundeskanzler.
Auch der tschechische Ministerpräsident verwies auf die außerordentlich guten Beziehungen beider Länder. "Ich wollte besonders hervorheben, dass die letzten sieben Jahre, also seitdem der Herr Bundeskanzler sein Amt bekleidet, eigentlich die besten Jahre in der Geschichte der deutsch-tschechischen Beziehungen waren", so Paroubek.

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