02.03.2005
EU-Projekt CLARA@eu macht in Pobershau Station
(DTPA/MTL) CHEMNITZ/ POBERSHAU: Im Rahmen des EU-Projektes CLARA@eu findet am kommenden Donnerstag, den 3. März 2005 in der Zeit von 10 bis 17 Uhr in der Außenstelle Pobershau des Zweckverbandes "Naturpark Erzgebirge/Vogtland" in der Naturschutzstation Hinterer Grund 4a der 1. Workshop zum Thema Naturschutz statt.
CLARA@eu ist ein Projekt zur Initiierung und Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Behörden in Oberfranken, in den Regionen Karlovy Vary und Chemnitz sowie in Teilen Ostthüringens und der nördlichen Oberpfalz. Unter der Federführung der Bezirksregierung von Oberfranken haben sich sechs weitere Partner zusammen gefunden, um das Projekt bis Ende 2005 durchzuführen und ihm zum Erfolg zu verhelfen. Diese Partner sind das Regierungspräsidium Chemnitz, das Regionalamt Karlovy Vary, die EUREGIO EGRENSIS, die Städte Bayreuth und Karlovy Vary sowie der Vogtlandkreis.
In den 18 Monaten, in denen CLARA@eu umgesetzt wird, sollen sich Vertreter möglichst vieler Behörden aus allen beteiligten Regionen in Workshops zusammen finden, um Informationen zu Verwaltungsstrukturen und -abläufen zu erhalten.
Ein erster Workshop zum Thema Naturschutz findet in diesem Kontext also nun in Pobershau statt. Der Workshop soll zum Einen insbesondere zum Erfahrungsaustausch über die länderspezifischen gesetzlichen Regelungen und behördlichen Zuständigkeiten zur Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) dienen. Hierzu werden Vertreter des Regierungspräsidiums Chemnitz, des Regionalamtes Karlovy Vary
und der Bezirksregierung von Oberfranken ihre praktischen Erfahrungen ansprechen. Zum Anderen wird das Regierungspräsidium Chemnitz speziell zur Managementplanung im Freistaat Sachsen als naturschutzfachlicher Grundlage für die Umsetzung der Ziele von NATURA 2000 am Beispiel des Managementplanes "Tal der Schwarzen Pockau" seine Erfahrungen deutlich machen. Im Anschluss findet ab 14 Uhr eine Exkursion in das besagte Tal statt, damit sich die Workshopteilnehmer vor Ort ein Bild von der Situation machen können.
Das bereits seit 1967 bestehende Naturschutzgebiet "Schwarzwassertal" erhielt durch die Unterschrift des Chemnitzer Regierungspräsidenten Karl Noltze Ende Dezember 2003 bekanntlich eine Rechtsverordnung, welche die aus DDR-Zeiten übergeleiteten und nicht mehr den heutigen Anforderungen genügenden Rechtsvorschriften ersetzt und damit den Bürgern mehr Klarheit über den Schutz und die nach wie vor mögliche touristische Nutzung des für das Erzgebirge einmaligen Durchbruchstals gibt.
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 186 Hektar und wurde um ca. sechs Hektar erweitert. Von besonderem Wert sind die z.T. seltenen Flechten- und Moosgesellschaften an den Felsen und Steinschutthalden. Das Tal bietet außerdem auch 51 Vogelarten - davon 26 auf der sogenannten Roten Liste - Lebensraum, darunter dem Braunkehlchen und dem Neuntöter.
Medienvertreter sind zur Teilnahme an der gesamten Veranstaltung einschließlich der Exkursion ins Schwarzwassertal ab 14 Uhr vom Parkplatz der Naturschutzstation Hinterer Grund in Pobershau herzlich eingeladen.

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