11.02.2005
Jurk vereinbart in Prag weitere Zusammenarbeit
(DTPA/MT) PRAG/ DRESDEN: Sachsen und Tschechien wollen den Wirtschaftsraum Sachsen und Böhmen künftig noch stärker miteinander vernetzen. „Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, die uns die EU-Erweiterung bietet. Wenn wir über die Grenze hinweg die Region als Ganzes entwickeln, beispielsweise gemeinsam um Investoren werben oder uns noch intensiver über von der EU geförderte Projekte austauschen, haben wir bessere Chancen im härter werdenden Standortwettbewerb“, sagte Wirtschaftsminister Thomas Jurk nach seinen Gesprächen in den Ministerien für Industrie und Handel, Regionalentwicklung und Verkehr am 9. Februar in Prag.
Gemeinsam mit Martin Tlapa, dem Tschechischen Vizeminister für Industrie und Handel, wird Jurk die Schirmherrschaft für das Sächsisch-Tschechische Wirtschaftsforum im Oktober 2005 in Brünn übernehmen. „Wir wollen die kleinen und mittleren Unternehmen bei ihrem Auslandsengagement unterstützen.“ Im Mittelpunkt des Forums, das bereits zum 6. Mal Politiker und Unternehmer beider Länder zusammenbringt, stehen diesmal der Maschinenbau und die Automobilzulieferindustrie. Tschechien wird zudem in diesem Jahr Partnerland auf der Zuliefermesse Z 2005 in Leipzig sein. Tlapa rechne mit einer starken Präsenz tschechischer Unternehmen.
Mit der Förderung von Netzwerken und Kooperationen wolle man die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vertiefen und das Unternehmensumfeld verbessern.
Der für Regionalentwicklung zuständige Minister Jiri Paroubek bat Sachsen um Unterstützung im Bereich Wohnungsbau, insbesondere bei der Plattenbausanierung. Beide Minister waren sich einig, im Bereich Tourismus gemeinsame Projekte voran zu bringen. So will man z.B. mit Förderung aus dem EU-Strukturfonds die Sächsisch-Böhmische Schweiz grenzüberschreitend vermarkten.
Im Gespräch mit dem tschechischen Vizeminister für Verkehr, Vojtech Kocourek, informierte sich Jurk u.a. über Stand der Bauarbeiten der Autobahn Dresden-Prag. Beide Seiten bestätigten, dass der Grenzabschnitt A 17/D 8 Ende 2006 für den Verkehr freigegeben werden kann. Im Bereich des Böhmischen Mittelgebirges werde es in Tschechien allerdings zu Verzögerungen kommen, so dass der Autobahnverkehr südlich Aussig – Lobositz bis etwa 2008 weiterhin über die vorhandenen Straßen geführt werden müsse. In einer sächsisch-tschechischen Arbeitsgruppe wolle man gemeinsam beraten, wie der Schwerlastverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden kann. Dabei geht es darum, nachhaltige Lösungen im kombinierten unbegleiteten Verkehr (Container) über längere Strecken zu entwickeln, die sich wirtschaftlich tragen und von den Spediteuren angenommen werden. Beide Minister bestätigten ein Konzept zum Ausbau der Straßenübergänge. Bis 2010 sollen zu den jetzt 14 weitere zehn Übergänge hinzukommen. Damit hat Sachsen als erstes Grenzland ein bilaterales Arbeitskonzept zu einem Beitrittsland. Weitere Gesprächsthemen waren der Verkehrsablauf auf der B 170, die Eisenbahnübergänge sowie als langfristiges Projekt die Planung einer Hochgeschwindigkeitsverbindung Dresden- Prag.
„Es waren ausgesprochen offene und konstruktive Gespräche“, bewertete Minister Jurk seinen Antrittsbesuch in der tschechischen Hauptstadt. „Ich habe überall gespürt, dass Sachsen als Partner sehr willkommen ist.“

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