08.12.2004
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds in Hamburg
(DTPA/MT) HAMBURG: Auf Einladung des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg führte der Verwaltungsrat des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds seine letzte Sitzung in diesem Jahr am 6./7. Dezember im Hamburger Rathaus durch. Im Land Hamburg tagte der Zukunftsfonds zum zweiten Mal. Im November 2000 war er hier zusammen mit dem ihm organisatorisch verbundenen Deutsch-Tschechischen Gesprächsforum anlässlich dessen Jahreskonferenz.
Um die Förderungsmöglichkeiten des Zukunftsfonds im Norden Deutschlands zu verdeutlichen, führte der Verwaltungsrat mit Unterstützung der Hamburger Senatskanzlei eine Informationsveranstaltung für Multiplikatoren aus den fünf norddeutschen Bundesländern durch.
Der Verwaltungsrat behandelte auf der Hamburger Sitzung 106 Projekte, wobei 81 davon positiv entschieden wurden. Die Höhe der bewilligten Fördermittel beträgt ca. 370.000 Euro.
Als Beispiel der Kulturprojekte ist die gemeinsame Ausstellung in Prag von tschechischen und in Deutschland lebenden Künstlern, die sich mit dem Thema der Fremdheit und Integration beschäftigen, zu erwähnen. Zu den unterstützten Projekten gehören auch Seminare in Dresden und Frantiskovy Lazne (Franzensbad) zur Professionalisierung der deutsch-tschechischen grenzüberschreitenden Partnerarbeit und ein Seminar in Hamburg für etwa 20 tschechische Studenten und Lokalpolitiker zur deutschen und tschechischen Interessenlage in der Europäischen Union.
Unter den diesmal geförderten Renovierungsprojekten, die mit Hilfe der deutschen Heimatvertriebenen verwirklicht werden, ist z.B. die Renovierung der aus dem 15. Jahrhundert stammenden und denkmalgeschützten Kirche in Tatrovice zu nennen.
Deutsch-tschechische Bildungsprojekte gehören zu den Prioritäten des Zukunftsfonds. Gefördert werden z.B. ein innovativer deutsch-tschechischer Sprachkurs, der von jungen Pädagogen in Pilsen organisiert wird, und ein Gastschuljahr für fünf tschechische Oberschüler an deutschen Gymnasien.
Der Verwaltungsrat bewilligte erneut die jährlichen Rehabilitationsmaßnahmen für 80 Senioren der deutschen Minderheit in verschiedenen Kureinrichtungen in der Tschechischen Republik.
Bedeutend unterstützt wurde das Projekt Christliche Begegnungstage Prag 2005 mit Beteiligung von Vertretern der deutschen partnerschaftlichen Kirchen.
Auf der Hamburger Sitzung wurden wiederum mehrere Jugendbegegnungen mit verschiedenen Kultur- und Sportprogrammen gefördert, ebenso Begegnungen zwischen Schulen beider Staaten.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds mit Sitz in Prag wird von der tschechischen und von der deutschen Regierung getragen und finanziert. Als zwischenstaatliche Institution fördert der Zukunftsfonds Gemeinschaftsprojekte, die der Aussöhnung und Verständigung dienen. Der achtköpfige Verwaltungsrat ist paritätisch mit Tschechen und Deutschen besetzt. Seine Mitglieder werden von den Außenministern berufen. Seit dem Jahr 2000 sind von deutscher Seite Staatsrat a.D. Helmut Bilstein und von tschechischer Seite die ehemalige Justizministerin und Nationalratvorsitzende Dr. Dagmar Buresova die beiden Vorsitzenden.

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