25.11.2004
Förderung von 20 sächsisch-tschechischen Projekten
(DTPA/MTL) DRESDEN: Der Lenkungsausschuss Interreg III A Freistaat Sachsen – Tschechische Republik hat erneut insgesamt 20 sächsische Projekte zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit bestätigt. Damit werden rund 3,8 Millionen Euro EU-Mittel im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A Freistaat Sachsen – Tschechische Republik umgesetzt. Die Gesamtkosten der 20 Vorhaben belaufen sich auf rund 6,3 Millionen Euro.
Im Bereich Wirtschaftliche Entwicklung wurde das Projekt "PackNet" bestätigt, das den Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerks von Verpackungsunternehmen in der Euroregion Elbe/Labe beinhaltet. Dies Projekt wird vom Verein Wissenschaftliche Gesellschaft für Fördertechnik und Verpackung Dresden e.V. umgesetzt.
Im Bereich Tourismus wurde der Förderung von zwei Projekten zugestimmt. Die Stadt Zittau wird für die Sanierung der "Straße zum Töpfer" als Abschnitt eines grenzüberschreitenden Wanderweges in Oybin finanziell unterstützt. Des Weiteren wird der Verein für soziokulturelle Zusammenarbeit, Liebethaler e.V. für die Errichtung eines Parkplatzes und eines Rastplatzes für Radwanderer am deutsch-tschechischen Begegnungszentrum Lindenhof Liebethal zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur in der Sächsischen Schweiz eine Förderung erhalten.
Im Bereich Verkehrsinfrastruktur wird der Zweckverband Verkehrsbund Mittelsachsen (ZVMS) eine Studie zu Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung der Schieneninfrastruktur zwischen Johanngeorgenstadt und Karlovy Vary erarbeiten.
Im Bereich Andere Infrastruktur fand das Projekt des Staatlichen Museums für Naturkunde Görlitz "Eine Bibliothek überschreitet Grenzen" die Zustimmung der Mitglieder des Lenkungsausschusses. Der wissenschaftliche Bestand der Bibliothek des Museums wird in die polnische, tschechische und englische Sprache übersetzt und im Internet recherchierbar gemacht.
Im Bereich Umwelt konnten drei grenzüberschreitende Projekte bestätigt werden. Der Trinkwasserzweckverband Weißeritzgruppe wird in enger Zusammenarbeit mit dem Betreiber der Wasserversorgungsanlagen im tschechischen Cinovec die bestehenden Anlagen der Trinkwasserversorgung im Raum Altenberg-Zinnwald erweitern, um damit die Ortschaft Cinovec aus dem Wasserwerk Altenberg mit Trinkwasser versorgen zu können. Finanziell unterstützt werden außerdem Maßnahmen des Immissions- und Klimaschutzes einschließlich der Nutzung erneuerbarer Energien. Einzelantragsteller im Grenzraum erhalten eine Förderung für die Umstellung ihrer Heizungen auf umweltfreundliche Ressourcen. In der Gemeinde Sohland an der Spree wird ein Schmutzwasserkanal im Ortsteil Ellersdorf errichtet.
Im Bereich Ländliche Entwicklung werden fünf grenzüberschreitende Projekte eine Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A erhalten. So wird die Stadt Sayda für den Umbau des ehemaligen Werkstattgebäudes "Blitzschutz" zu einer Sport- und Begegnungsstätte finanziell unterstützt. In der Gemeinde Bertsdorf-Hörnitz wird ein Projekt zur Umnutzung eines ehemaligen Kinosaals zu einem Dorfgemeinschaftshaus als Begegnungsstätte in der Umgebindelandschaft realisiert. Eine Förderung erhält zudem der Verein Holzhaus Bautzen e.V. für die Sanierung eines denkmalgeschützten Umgebindehauses in Obergurig und dessen Nutzung für Ausstellungen und Workshops zu den Themen Handwerk und Umgebindelandschaft. Ein weiteres bestätigtes Projekt ist die Sanierung des Naturtheaters in Bad Elster.
Im Bereich Bildung und Qualifizierung wird ein Pilotprojekt für eine Zusatzqualifikation für Auszubildende im Tischlerhandwerk zum/zur Kunsttischler/-in von der Weiterbildungsakademie Sachsen GmbH (SWA) durchgeführt. Darüber hinaus wird ein Integrationsprojekt für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Arbeitstitel "Chance – Lernen ohne Grenze" vom gemeinnützigen Verband Christliches Jugenddorfwerk Deutschland e.V. umgesetzt.
Im Bereich Soziokulturelle Entwicklung wurde der Förderung von drei Projekten zugestimmt. Im Kurort Jonsdorf wird ein grenzüberschreitendes Projekt "Schkola – praktisch bilden im Fach Nachbarschaft und Sprache" realisiert, an dem mehr als 90 Schüler der Klassen 7 bis 9 beteiligt sein werden. Das Projekt wird vom Verein Freier Schulträgerverein e.V. durchgeführt. Des Weiteren wird die AWO Kinder- und Jugendhilfe gGmbH für ihr Projekt "Soziale Netzwerke für Jugendliche – integrierte Übergangsstrukturen im Vergleich" mit Interreg III A – Mitteln unterstützt.
Im Bereich Sicherheit erhalten zwei grenzüberschreitende Projekte eine Förderung. Die Stadt Pirna wird für den grenzüberschreitenden Brand- und Katastrophenschutz einen Gerätewagen Gefahrgut beschaffen, der an der sächsisch-tschechischen Grenze zum Einsatz kommen soll. Im Rahmen des bestätigten Projektes der Gemeinde Jonsdorf zur grenzüberschreitenden Waldbrandbekämpfung im Zittauer Gebirge werden gemeinsame Schulungen und Einsatzübungen erfolgen.
Informationen zum Antragsverfahren und Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der neuen Website von Interreg III A unter http://www.interreg3a.info. Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit können an kontakt@interreg3a.info gerichtet werden.

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