19.11.2004
Festival geht in den Endspurt
(DTPA/MTL) BERLIN: Mit einem Konzert, zwei Ausstellungen, einer Podiumsdiskussion und einer Theatervorstellung geht das diesjährige Festival der Tschechischen Kunst und Kultur in den Endspurt. Erwartet werden weitere interessante und weit über die Grenzen Tschechiens hinaus bekannte Künstler wie die Prager Jugendphilharmonie, das Kammertheater Prag, die Fotografin Zuzana Richter und die Bildhauerin Ludmila Seefried-Matejkova.

Freitag, 19. November, um 20.00 Uhr
Bereits am heutigen Freitag, 19. November, um 20.00 Uhr gibt die Jugendphilharmonie Prag ein Konzert im historischen Bärensaal des Alten Stadthauses, den der Senat von Berlin für das Festival zur Verfügung gestellt hat. Auf dem Programm stehen die Ouvertüre aus der Oper „Der Kuss“ von Bedrich Smetana sowie die 9. Sinfonie e-moll op. 95 „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak. Das Orchester wurde 1998 offiziell gegründet, um die jüngere Schülergeneration auf das Instrumentalspiel vorzubereiten. Allerdings führten die jungen Musiker des Ensembles bereits 1996 zusammen eine Reihe von Weihnachtskonzerten auf. Damals begann auch die Zusammenarbeit mit dem heute 33-jährigen Dirigenten Ladislav Cigler.

Samstag, 20. November, um 20.00 Uhr
„ ... auf dem Weg ...“ ist der Titel einer Ausstellung der Fotografin Zuzana Richter und der Bildhauerin Ludmila Seefried-Matejkova, die am Samstag, 20. November, um 20.00 Uhr im KunstRaum Berlin, Lindower Straße 18, nahe U-Bahnhof Wedding, eröffnet wird. Zuzana Richters Bilder sind noch heute von den Eindrücken ihrer dramatischen Ausreise aus der damaligen Tschechoslowakei zur Zeit des Kalten Krieges geprägt. Heute lebt sie in Berlin. Sie ist fasziniert von den Möglichkeiten der Digitalfotografie, vor allem von der Tatsache, Farbe und Schwarz-Weiß mischen zu können. In diesem Jahr gewann sie den ersten Preis für Digitalfotografie beim Wettbewerb „Das fotografische Prag“.

Montag, 22. November, um 19.30 Uhr
Um „innovative Kulturformen in Europa“ geht es bei einer Podiumsdiskussion am Montag, 22. November, um 19.30 Uhr, in der Vertretung der Europäischen Kommission, Unter den Linden 78. Vertreter aus europäischer Kulturpolitik sowie tschechische und polnische Künstler wollen dabei der Frage nachgehen, was die Kultur im Europa der 25 zu leisten vermag, das Politik, Wirtschaft und Finanzen nicht schaffen. „Kultur als Kitt im Europa der 25“, lautet der Untertitel der Veranstaltung. Die Europaparlamentarierin Ruth Hieronymi, der Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann, der Multimedia-Künstler Michael Bielicky, der Intendant des Prager Kammertheaters Dusan David Parizek und der freie Autor Piotor Olszowka wollen u.a. darüber diskutieren, wie sich die kulturelle Zusammenarbeit in den letzten Jahren verändert und was sie bewirkt hat sowie was die Künstler von der europäischen Kulturpolitik fordern. Moderator der Podiumsdiskussion ist Alfred Eichhorn vom Inforadio des RBB.

Montag, 29. November, um 20.00 Uhr
Heiner Müllers „Quartett“ in einer Inszenierung des jungen erfolgreichen Regisseurs Dusan David Parizek steht am Montag, 29. November, um 20.00 Uhr in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz auf dem Programm. In der Darbietung des Prager Kammertheaters zeigen sich Müllers Endzeitbunker-Zyniker Merteuil und Valmont von einer neuen, ganz unbekannten Seite. Parizek inszeniert kein Schauspiel, sondern eine musikalische Annäherung. Die Regeln des Spiels werden jeden Abend neu bestimmt. Die Darsteller Martin Finger (Merteuil) und Roman Zach (Valmont) spielen Müllers Text nicht, sie arbeiten sich vielmehr an ihm entlang und hinterfragen ihn aus persönlicher Sicht. Im Zusammenwirken mit den musikalischen Live-Samples und Gitarren-Soli von Ivan Acher ersteht so ein heiteres Endzeitszenario irgendwo zwischen Prag und Berlin.

Dienstag, 30. November, um 19.00 Uhr
Im Bahnhof der U-Bahn-Linie 3 am Potsdamer Platz wird am Dienstag, 30. November, um 19.00 Uhr die Ausstellung „Cite Industrielle Zlin: Bata – eine Stadt im Aufbruch“ eröffnet. Mit Fotos und einer Videoinstallation verweist die Exposition auf die Architektur, die Unternehmer-Tradition und das Alltagsleben der mährischen Stadt Zlin, die durch den Schuhfabrikanten Tomas Bata weltberühmt geworden ist. Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember zu sehen. Der U-Bahnhof ist über den S-Bahn-Eingang Leipziger Straße / Ecke Stresemannstraße zu erreichen. Die Vernissage dieser Ausstellung ist zugleich die letzte Veranstaltung des diesjährigen Prag-Berlin-Festivals.

Zudem ist noch bis zum 29. November im Atrium, Friedrichstraße 60, die Ausstellung „Sieben Bildhauer Zlin“ täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Die einzigartige Ausstellung war bereits am 15. Oktober eröffnet worden. Sie ist zugleich eine Hommage an die Stadt Zlin, die in den 30-er Jahren ganz im Sinne ihres Gründers Tomas Bata zum geistigen Mittelpunkt der traditionellen tschechoslowakischen bildenden Kunst geworden war. Im Rahmen der Ausstellung stellen sich stellvertretend sieben Künstler der mittleren und jüngeren Generation vor, die sich mit monumentaler Bildhauerei befassen.

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