15.11.2004
Kulturtage mit erfolgreichstem Jahrgang
(DTPA/MTL) DRESDEN: Am Sonntag, dem 14. November 2004, sind die 6. Tschechischen Kulturtage in Dresden und der Euroregion Elbe/Labe zu Ende gegangen. Auf insgesamt 91 Veranstaltungen präsentierten sich tschechische Künstler aller Sparten. 12.000 Besucher interessierten sich in diesem Jahr für die Kunst und Kultur des tschechischen Nachbarn. Hinzu kommen noch mehrere tausend Gäste auf Konsum-, Informations- und Marktveranstaltungen wie dem Internationalen Tag der Stadtsparkasse Dresden oder den Böhmischen Kultur- und Markttagen auf dem Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt in Dohna bei Borthen.
Die optimistischen Erwartungen der Veranstalter wurden weit übertroffen. Die Hälfte aller Veranstaltungen war ausverkauft. Vor allem die kleineren und mittleren Darbietungsstätten waren vom Ansturm des Publikums vielfach überrascht, und so war es keine Seltenheit, dass die Veranstalter improvisieren mussten, zusätzliche Stühle in die Säle gebracht wurden oder Besucher die Veranstaltungen stehend verfolgten.
Die große Resonanz lässt sich auf das deutlich gewachsene Interesse an den tschechischen Nachbarn im Jahr des Beitritts zur Europäischen Union wie auch auf ein facettenreiches und qualitativ hochwertiges Programm zurückführen, das dem Publikum die unterschiedlichsten Eindrücke und Erlebnisse bot.
Mit ausgewählten Schätzen der Alten und klassischen Musik begeisterten unter anderem das Skampa Quartet in der Dresdner Frauenkirche, das Epoque Quartet in der Dresdner Dreikönigskirche, die gefeierte Harfenistin Katerina Englichova im Landschloss Pirna-Zuschendorf oder das Collegium Marianum im Dresdner Palais im Großen Garten.
Für exzellente musikalische Unterhaltung und ausgelassene Stimmung sorgten gemeinsam tschechische und deutsche Jazz-Studenten im Jazzclub Neue Tonne im Dresdner Kulturrathaus.
Auf große Resonanz stieß ebenfalls das in diesem Jahr erweiterte, vom Verein „Transkunst“ veranstaltete Szenefestival „Prag-o-Mania V.“ Das vielfältige Programm ließ mit Rock, Pop, Metal und EBM, mit Rock’n’Roll, Blues, Reggae und Ska, mit Party, Film, Lesung u.v.a.m. keine Wünsche offen.
Wie in den vergangenen Jahren wurde die Prager Nacht, die an ungewöhnlichen Schauplätzen Dresdens Leckerbissen der tschechischen Literatur bot, zu einem der Publikumsrenner. Auch einzelne Lesungen, wie z.B. die Vorstellung der „Tschechischen Bibliothek“ in Form einer Literaturshow im Dresdner Literaturbüro, lockten zahlreiche Gäste. Das Schwarze Theater von Jiri Srnec verzauberte einmal mehr mit seiner brillanten Schauspielkunst den gefüllten Saal des Stadttheaters Meißen.
Auf großes Interesse stießen die Alltagsfotografien Jindrich Streits, die noch bis Dezember in einer Ausstellung im Tschechischen Zentrum Dresden präsentiert werden, sowie auch die köstlich-humorvollen Fotografien von Frantisek Dostal, die in der Dresdner Galerie kraussERBEN zu sehen sind.
Als ein Schwerpunkt der 6. Tschechischen Kulturtage lässt sich die Auseinandersetzung mit der deutsch-tschechischen Geschichte, insbesondere mit den Ereignissen im KZ Theresienstadt, nennen, die ein höchst interessiertes Publikum anzog. Neben einer Lesung mit der Zeitzeugin Jana Renee Friesova anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches „Festung meiner Jugend“ in deutscher Sprache wurde eine Tagesfahrt nach Theresienstadt durchgeführt, in Gesprächen schilderten die Zeitzeugin Hoskova-Weiss und Dr. Blodig, Historiker in der Gedenkstätte Theresienstadt, im Tschechischen Zentrum Dresden ihre Erinnerungen. Bei der Podiumsdiskussion zum Thema des Prager Frühlings und dessen Rezeption in Europa berichtete u.a. der ehemalige Außenminister der Tschechischen Republik, Jiri Dienstbier, im Forum der Stadtsparkasse Dresden.
Die Tschechischen Kulturtage werden seit 1999 jährlich von der Brücke/Most-Stiftung, dem Tschechischen Zentrum Dresden und der Landeshauptstadt Dresden veranstaltet. Im nächsten Jahr finden sie vom 28.10. bis zum 13.11. statt.

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