18.10.2004
Christina Weiss eröffnet Ausstellung in Prag
(DTPA/MT) PRAG: Staatsministerin Christina Weiss hat am 17. Oktober in der Tschechischen Nationalbibliothek die Ausstellung "Liebes- und Musengeschichten. Das fragile Glück im Unglück von Verfolgung und Exil" eröffnet.
"Manchmal habe ich Sehnsucht nach Prag" ist das Motto des 12. kulturpolitischen Forums der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft. Es findet in diesem Jahr vom 16. bis 24. Oktober in der tschechischen Hauptstadt statt. Im Rahmen von insgesamt 28 Veranstaltungen, zu denen aus Deutschland zahlreiche Gäste aus Politik, Kunst und Kultur erwartet werden, soll der Frage nach dem Schicksal verfolgter deutscher und tschechischer Künstlerinnen und Künstler und der Bedeutung ihres Widerstand für künftige Generationen nachgegangen werden. Weiteres Thema ist die Rolle Prags als geistiges Zentrum in Europa.
In ihrer Rede bezeichnete Kulturstaatsministerin Weiss die von ihr eröffnete Ausstellung als "intimes Fundament" des diesjährigen Else-Lasker-Schüler-Forums. Anhand von zahlreichen Büchern, Manuskripten und Briefen werden nicht nur "Liebes- und Musengeschichten", sondern die Biografien von Autorinnen und Autoren anschaulich, in die sich - so Kulturstaatsministerin Weiss - "die Katastrophen des 20. Jahrhunderts eingeschrieben haben." Weiss endete mit dem Appell "das Erinnern dem Vergessen vorziehen, das Suchen dem Verlorengeben, die Empathie dem Besserwissen."
Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft wurde 1990 gegründet, um das literarische und künstlerische Werk der Schriftstellerin zu pflegen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und 1945 im Exil verstarb. Anliegen der Gesellschaft ist es, das literarische Werk Lasker-Schülers als wichtigen Beitrag zur deutsch-jüdischen Kultur lebendig zu erhalten. Das Schicksal der Schriftstellerin kann als exemplarisch für das vieler verfolgter Intellektueller gelten. Deshalb setzt sich die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft für ein internationales Zentrum der verfemten Künste ein.

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