24.09.2004
Dokumentation zu Städtepartnerschaften-Wettbewerb
(DTPA/IDOR) MARKTREDWITZ: Wie lebendig sind die Verbindungen zwischen deutschen und tschechischen Städten oder Gemeinden zu Beginn des 21. Jahrhunderts? Wie viele solcher Partnerschaften existieren gegenwärtig, wie werden sie gestaltet und welchen Einfluss haben sie auf die Beziehungen beider Länder? Fragen, die den Koordinierungsrat des Deutsch-tschechischen Gesprächsforums dazu veranlassten, den Städtepartnerschaften-Wettbewerb 2003 zu initiieren. Die praktische Durchführung lag dabei in den Händen der Deutsch-tschechischen Projektagentur IDOR mit Sitz in Marktredwitz.
Unter dem Titel „Plattform für eine bessere Nachbarschaft“ haben Gerald Prell und Katharina Schroeter von IDOR nun eine zweisprachige Dokumentation vorgelegt, die den Verlauf des Wettbewerbs schildert, konkrete Ergebnisse darlegt und herausragende Partnerschaften genauer vorstellt.
Ein entscheidendes Grundmotiv haben alle dieser 13 Wettbewerbs-Finalisten gemeinsam: Sie wollen Brücken schlagen zwischen Ost und West und die Völkerverständigung ankurbeln, um so dauerhaft den Frieden im neuen Europa zu sichern. Parallel dazu setzen sie große Hoffnungen in den gegenseitigen Erfahrungsaustausch, sei es in ökonomischen, sozialen oder kulturellen Belangen.
In der Regel vollzieht sich dieser Erfahrungsaustausch im Rahmen der Kontakte zwischen Rathäusern, Sport- und Musikvereinen, Bildungseinrichtungen oder Feuerwehren. Einige herausragende Partnerschaften zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie gemeinsame Projekte umsetzen und dabei möglichst viele gesellschaftliche Gruppen mit einbeziehen. So wird die grenzüberschreitende Kooperation besonders stark in der Bevölkerung verankert. Die Städte Furth im Wald und Domazlice unterhalten beispielsweise ein deutsch-tschechisches Kammerorchester, Stuttgart und Brünn organisieren Seniorenbegegnungen mit Internetkommunikation, Illertissen und Loket bieten regelmäßig Praktikumsmöglichkeiten im Nachbarland an. Dass weder große Distanzen noch die bestehende Sprachbarriere ein Hindernis für rege Kontakte zwischen Deutschen und Tschechen sein müssen, zeigt das Beispiel von Rosdorf in Niedersachsen und dem 820 Kilometer entfernten Zubri in Ostmähren. Seit dem ersten Besuch 1968 wurden die Kontakte zwischen den Bürgern beider Gemeinden stetig ausgebaut. Inzwischen sind sie soweit gediehen, dass auch gegenseitige private Einladungen zu Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen keine Seltenheit mehr sind.
Die meisten deutschen und tschechischen Kommunen schätzen die Erfahrungen, die sie bei ihrer Zusammenarbeit sammeln. Und die Ko-Vorsitzenden des Koordinierungsrats, Staatsminister Hans Martin Bury und Prof. Dr. Otto Pick, unterstreichen den Mehrwert der mittlerweile knapp 300 deutsch-tschechischen Städtepartnerschaften. Die Partnerschaften würden den Rahmen dafür schaffen, dass persönliche Freundschaften zwischen deutschen und tschechischen Bürgern entstünden. Freundschaften, so Bury und Pick, in denen ein produktives europäisches Bewusstsein heranreife. Die Autoren Prell und Schroeter ergänzen, dass sich dadurch auch das allgemeine öffentliche Bild vom jeweiligen Nachbarland mehr und mehr objektiviere. "Die deutsch-tschechischen Beziehungen sind besser als ihr Ruf. Das belegen das Ausmaß und die Intensität der Zusammenarbeit in den Städte- und Gemeindepartnerschaften", lautet ihr Fazit. Da man am Anfang einer Entwicklung stehe, gebe es aber natürlich auch noch Handlungsbedarf und Verbesserungsmöglichkeiten. Sinnvoll wäre es, Foren für einen zielgerichteten Erfahrungsaustausch zu schaffen oder sich stärker mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Nachbarländern zu vernetzen. Dies könne wichtige Anregungen und Hilfestellungen geben.
Die Dokumentation zum Städtepartnerschaften-Wettbewerb 2003 erscheint in einer Auflage von 300 Exemplaren. Diese werden an die Teilnehmer, interessierte Kommunen sowie Entscheidungsträger und Multiplikatoren in den deutsch-tschechischen Beziehungen ausgegeben. Zudem werden IDOR und die Partnerorganisationen die Publikation in Kürze auf ihren Internetseiten als Download zur Verfügung stellen.
Interessenten an der Broschüre wenden sich an: IDOR, Gerald Prell, Heinrich-Rockstroh-Str. 10, D-95615 Marktredwitz, Tel.: +49-(0)9231/503770 Email: prell@idor.org
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