07.08.2004
BUND: Elbe-Debatte ohne Sachverstand
(DTPA/FM) DESSAU/MAGDEBURG: „Die Äußerungen des CDU-Abgeordneten Gerhard Ruden zur Elbe lassen jeden Sachverstand vermissen“, entgegnete jetzt Ernst Paul Dörfler, Leiter des BUND-Elbeprojektes, auf dessen Forderung, die Elbe zur ganzjährig befahrbaren Wasserstraße auszubauen. Die Elbe ist ein natürlicher Niedrigwasserfluss, der im Sommer und Herbst oft nur einen Meter tief ist. Daran ändern auch Baumaßnahmen (Steinschüttungen) nichts, die den Fluss weiter einschnüren und ökologisch entwerten. Die heutige Güterschifffahrt mit Europaschiffen benötigt dagegen ganzjährig Tiefen von über 2 m – für die Elbe eine Nummer zu groß.
Dörfler empfiehlt Ruden, sich die Wasserstraßen im Westen anzuschauen: „Die Ufer sind mit Steinen verbaut und die natürlichen Strände für immer verschwunden. Staustufen aus Beton regeln den Wasserstand. Für die Elbe wäre das keine Sanierung, sondern die Ruinierung als Fluss!“
Auch wirtschaftlich wäre eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße Elbe ein Fiasko: die Kosten für eine Stauregelung überstiegen den Nutzen um den Faktor 10, wie das Bundesverkehrsministerium errechnen ließ. Volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvoll wäre es, die Güter über die Schiene abzufahren, wenn die Elbe zuwenig Wasser hat: Ein (1!) Zug pro Tag würde vollauf genügen, um die geringen Gütermengen abzufahren. Für den BUND habe sich damit die ganze Debatte um den Elbausbau erledigt.

Kontakt: Dr. Ernst Paul Dörfler, Tel.: 03 92 44 / 290, www.elbeinsel.de

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