23.06.2004
3,5 Mio. Euro für grenzüberschreitende Projekte
(DTPA/MT) Die Mitglieder der Regionalen Lenkungsausschüsse Interreg III A haben in ihren beiden Sitzungen am 22. Juni 2004 insgesamt 16 Projekte zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit bestätigt. Damit werden rund 3,5 Millionen Euro EU-Mittel im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A umgesetzt. Die Gesamtkosten der 16 Vorhaben belaufen sich auf rund 6,3 Millionen Euro.
Im gemeinsamen sächsisch-tschechischen Grenzraum wurden insgesamt 14 Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit rund 5,9 Millionen Euro an Gesamtkosten bestätigt. Der Interreg III A – Anteil (EU-Mittel) beläuft sich auf rund 3,2 Millionen Euro.
Im Bereich Wirtschaftliche Entwicklung wurde der Förderung von zwei Projekten zugestimmt. Der Unternehmerverein Ostsachsenpower e.V. aus Wilthen wird bei der Schaffung eines Kooperationsnetzwerkes für grenz-überschreitende Infrastrukturen zur Verwertung nachwachsender Rohstoffe finanziell unterstützt. Des weiteren wird die Handels-, Verwertungs- und Betreibergesellschaft mbH aus Dresden eine Machbarkeitsstudie als Vorstufe für die Schaffung eines Sächsisch-Tschechischen Wirtschaftskreislaufprogramms erarbeiten.
Im Bereich Tourismus wurde zwei Projekten die Zustimmung erteilt. Der Tourismusverband Oberlausitz-Niederschlesien e.V. mit Sitz in Bautzen wird unter Einsatz von Interreg III A – Mitteln den Oder-Neisse-Radweg mit mehrsprachigen Hinweisschildern ausstatten. Darüber hinaus wird das Pilotprojekt des Tourismusverbandes Oberlausitz-Niederschlesien e.V. "Grenzüberschreitendes touristisches Marketingkonzept Oberlausitzer Bergland – Mikroregion Sever" mit Interreg III A – Mitteln unterstützt.
Im Maßnahmebereich Infrastruktur wurden drei grenzübergreifende Projekte bestätigt. So werden die Kreisstraßen K 7849 Eubabrunner Straße und K 7443 Gopplasgrüner Straße / Eubabrunner Straße in Erlbach im Vogtlandkreis ausgebaut. Ebenso wird der Ausbau der Kreisstraße K 7841 südlich Markneukirchen im Vogtlandkreis finanziell unterstützt. Eine Förderung erhält zudem der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. für den Neubau der Deutsch-Tschechischen Kindertagesstätte in Deutschneudorf.
Im Bereich Umwelt fanden zwei Projekte die Zustimmung der Mitglieder des Lenkungsausschusses. So konnten Maßnahmen des Immissions- und Klimaschutzes einschließlich der Nutzung erneuerbarer Energien bestätigt werden. Einzelantragsteller im Grenzraum erhalten eine Förderung für die Umstellung ihrer Heizungen auf umweltfreundliche Ressourcen. In Jöhstadt wird die Erschließung des Einzugsgebietes Schlösselstraße zur Verbesserung der Abwasserentsorgung gefördert.
Im Bereich Ländliche Entwicklung konnten weitere fünf grenzübergreifende Projekte bestätigt werden. Die Fischerei Erzgebirge Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH aus Mildenau/OT Arnsfeld wird einen Wirtschaftskomplex im Rahmen des Aufbaus eines Erlebnisfischerhofes umnutzen. Bestätigt wurde auch ein grenzüberschreitendes Projekt zur Schaffung eines Kooperations- und Innovationsportals des ländlichen Raumes der Euroregion Erzgebirge - Krusnohori, welches der Verein "Ländliche Erwachsenenbildung im Freistaat Sachsen e.V." (Annaberg-Buchholz)umsetzen wird. Der Landschaftspflegeverein "Grünes Band Europa" e.V. (Eichigt/Hundsgrün) wird ein ehemaliges Ferienobjekt der Barkas- Werke zu einem binationalen Öko-Tourismus-Zentrum Vogtland umbauen und in einem zweiten Projekt mit Freizeitanlagen ausstatten. Darüber hinaus wird der Bau eines Rast- und Erholungsplatzes in der Ortschaft Neurehefeld der Stadt Altenberg finanziell unterstützt.
Neben diesen sächsischen Projekten können zukünftig auch Vorhaben im benachbarten Grenzraum der Woiwodschaft Niederschlesien und der Tschechischen Republik finanziert werden.
Durch den Beitritt der Republik Polen und der Tschechischen Republik zur EU erhalten beide Länder nunmehr auch Mittel aus den Strukturfonds und damit Mittel zur Umsetzung der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A, die zur Finanzierung von grenzüberschreitend wirksamen Vorhaben in den sächsischen Nachbarregionen bestimmt sind.
Der Republik Polen werden für das Fördergebiet der Woiwodschaft Niederschlesien bis Ende 2006 Interreg III A -Mittel in Höhe von insgesamt 26,6 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Die Tschechische Republik erhält beitrittsbedingt für ihr Fördergebiet EU-Mittel in Höhe von insgesamt 9,9 Mio. Euro. für grenzüberschreitende Projekte mit Sachsen.
Im gleichen Zeitraum der bis Ende 2006 laufenden aktuellen Förderperiode entfallen auf den Freistaat Sachsen 23,1 Mio. Euro für die Umsetzung des Interreg III A – Programms Freistaat Sachsen – Republik Polen (Woiwodschaft Niederschlesien) und 92,5 Mio. Euro für die Umsetzung des Interreg III A – Programms Freistaat Sachsen – Tschechische Republik.
Den Vorsitz in den zur Projektauswahl eingesetzten Lenkungsausschüssen Interreg III A nehmen jeweils die Sächsische Staatskanzlei, das Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien bzw. das tschechische Ministerium für Regionalentwicklung wahr, deren Vertreter zugleich die jeweiligen nationalen Delegationen leiten. Die sächsische Delegation setzt sich zusammen aus Vertretern aller sächsischen Staatsministerien sowie der Euroregionen.
Informationen zum Antragsverfahren und Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der neuen Website von Interreg III A unter http://www.interreg3a.info. Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit können an kontakt@interreg3a.info gerichtet werden.

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