09.06.2004
Kastler fordert einheitliche Atomkraftstandards
(DTPA/MT) NÜRNBERG. "Temelin ist ein Sicherheitsrisiko" sagt der CSU- Europaabgeordnete und Verbraucher-politische Sprecher der CSU- Europagruppe Martin Kastler nach dem 65. Störfall am Sonntag Morgen im tschechischen Atomkraftwerk Temelin.
Auf europäischer Ebene fordert der Umwelt- und Verbraucherschutzexperte konkrete Schritte: "Die Europäische Kommission muss den Fall umgehend prüfen und sich mit der Problematik beschäftigen. Wir brauchen schnellstmöglichst einheitliche und hohe Mindeststandards für Atomkraftwerke. Ein grenzübergreifendes Frühwarnsystem, möglichst gekoppelt mit einer - dem bayerischen Modell folgenden - Kernreaktorfernüberwachung. Dies alles müssen wir in ein modernisiertes Nachfolgemodell des bestehenden Euratom-Vertrages packen."
Den tschechischen Behörden und politischen Verantwortungsträgern des Nachbarlandes empfiehlt Kastler, der selbst fließend tschechisch spricht, umsichtiges Verhalten: "Es macht keinen Sinn, aus falschem Stolz an alten atomaren Schläuchen festzuhalten - wenn sie reißen, ist es längst zu spät. Nur modernste Atomkraft ist ein wirklicher Beitrag zur nachhaltigen Energiepolitik Europas." Gute Beispiele biete allein Bayern dafür mehr als genug - "ich lade unsere tschechischen Freunde ein, gemeinsam diese neue Energiepolitik für Europas Zukunft zu gestalten".

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