08.06.2004
Junge Musiker im Freilichtmuseum
(DTPA/USG) FINSTERAU: Markante, gefühlvolle - fast mystische Klänge liegen über dem Tal des Freilichtmuseums Finsterau. Sie stammen von Saxophonen, Blues-Harps, einem Kontrabass, Maultrommeln, Klavier, Tuba, Bongo oder Darbukas. Die USG e.V. Niederbayern (United Scene Group) hat junge Musiker/innen eingeladen zu einem gemeinsamen Blues-Projekt. Deutsche und tschechische grenzenlose Geschichte soll musikalisch umgesetzt werden. Initiator Andreas Dittlmann stellt die Idee vor: "Die Häuser im Freilichtmuseum stammen aus einer Zeit die wie heute keine Grenzen zu Tschechien kannte. Meine Idee war, eine Art ZeitSchneise herzustellen. Also eine direkte Verbindung zwischen der Zeit vor dem eisernen Vorhang und heute. Die dabei entstehenden Emotionen fangen die Teilnehmer auf und erarbeiten eine musikalische BLUES-Komposition."
Das Fieber sprang sehr schnell über: 15 Kochlöffel klopfen im Takt: All Blues von Miles Davis. Die Teller in der alten Bauernstum des Danzer-Hofes wackeln. Die Gruppe kocht gerade. Suppe! "Von dieser idyllischen Landschaft geht so viel Energie aus. Irgendwie ist es unglaublich, aber die Gruppe ist nicht mehr zu halten. Gestern wurde bis 2 Uhr Nachts gespielt.", erzählt Balboo Bojko leidenschaftlich. Als Musikpädagoge leitet er das Projekt.
"Ich liebe die Atmosphäre und die Freundlichkeit der Besucher hier im Museum", schwärmt Werner Roth der aus Tschechien kommt in exzellentem Deutsch. Zusammen mit Viktor Vejvoda ist er bereits zum zweiten Mal Teilnehmer bei einem Projekt der USG. "Wir haben hier schon Freunde gefunden und wir besuchen uns auch privat von Zeit zu Zeit - das ist schön", sagt der begeisterte Fotokünstler, der zusammen mit Stefan Behringer vom BSM-PARTY.DE-Projekt die Dokumentation des Workshops übernommen hat. Nur so - im direkten Kontakt zwischen Menschen kann man etwas zur Völkerverständigung und gegen Klischees tun, meint auch Shuichi Irie der aus Japan kommt aber derzeit in Irland im Orchester spielt und Musik studiert.
Für Ihn gibt es keine wirklichen Grenzen zwischen den alten und neuen EU-Staaten, weil er über die Geschichte hier nicht so viel weiß. Für die Gruppe ist diese Sichtperspektive neu. Die kulturellen Unterschiede zwischen Europäern und Asiaten sind natürlich größer als die zwischen Deutschen und Tschechen. Eine gemeinsame europäische Identität beginnt zu entstehen.
"Tschechien ist bekannt für seinen Jazz. Blues als sein Vorgänger passt wirklich gut zur Mentalität der Bayerwaldbewohner", findet Jana aus Prag. "Es wäre wunderbar, wenn wir auch einmal in Tschechien miteinander Musik machen könnten", ihre warmen braunen Augen strahlen. Die Einladung wird gern angenommen. Auch deshalb, weil das gemeinsame Kochen tschechischer Gerichte so Spaß gemacht hat. Hanna Winklerova, die seit April bei der USG in Freyung Praktikum macht freut sich. "Wir werden die Idee zusammen mit unserer Partnerorganisation DUHA CZ (Tschechischer Jugendring) besprechen.
Vorerst hat sie aber noch einiges zu tun. Zusammen mit Wolf Rietzler, ehemaliger Zivi im Nationalpark ist sie Zuständig für die Organisation der Aufführungen. "Balboos grenzenlose Blues Connections" gibt es zu sehen und hören am kommenden Mittwoch, 9. Juni um 20 Uhr im Freilichtmuseum Finsterau; am 10. Juni in der Scheune am Severinstor in Passau, 11. Juni beim grenzenlos-Fest in Schärding jeweils um 20 Uhr und am 12. Juni gibt es ab 14 Uhr eine musikalische Fahrt mit der WaldBahn von Bayerisch-Eisenstein nach Spiegelau.
Die musikalische Jugendbegegnung wird gefördert durch den Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, die EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg III A (EFRE), den Kreisjugendring Freyung-Grafenau, die Deutsche Bahn, Regionalbus Ostbayern und durch den Kooperationspartner Freilichtmuseum Finsterau.
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