04.05.2004
WWF: "Grenzenloser" Artenschmuggel in der EU
(DTPA/FM) FRANKFURT A.M.: Mit der EU-Osterweiterung schlug die Stunde der Artenschmuggler. „Illegale Händler aus den Beitrittsländern warten auf die Öffnung der Grenzen, um exotische und bedrohte Papageien, Schildkröten, Schlangen oder Orchideen auf den profitablen Schwarzmärkten Westeuropas zu verkaufen“ , warnt WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.
Die künftig 25 EU-Staaten müssen ihre Bemühungen im Kampf gegen den illegalen Handel rasch verstärken, um bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Dies ist das Fazit einer vor wenigen Tagen in Brüssel veröffentlichten Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm der Weltnaturschutzunion IUCN und dem WWF. Der Report kritisiert, dass das Personal an den bisherigen EU-Außengrenzen drastisch reduziert wird.
Die in einigen Beitrittsländern im Vergleich zur EU niedrigeren Artenschutzstandards und die schwächeren Kontrollen ermöglichen es den Händlern, bis zum 1. Mai bedrohte Tiere und Pflanzen zu horten. Treten die Länder der Europäischen Union bei, können die geschützten Arten ohne lästige Grenzkontrollen auf Europas Märkten angeboten werden.
Der WWF befürchtet zudem, dass die größere Außengrenze der EU – sie wird im Zuge der Erweiterung um ein Drittel länger und künftig von sieben statt bisher drei Staaten bewacht – neue Probleme mit sich bringen wird. „Schon die heutigen EU-Länder haben Probleme, den Artenschmuggel einzudämmen. Die neuen Grenzländer sind auf diese Herausforderung nur unzureichend vorbereitet“, so Homes weiter.
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