25.03.2004
Schulpartnerschaften zu Polen und Tschechien
(DTPA/MT) DRESDEN: Im laufenden Schuljahr lernen im Freistaat 620 Schülerinnen und Schüler Polnisch, etwa 1.660 Tschechisch. "Das sind durchaus beachtliche Zahlen, sie sind aber noch steigerungsfähig", so der sächsische Staatsminister für Kultus, Prof. Dr. Karl Mannsfeld, am 25. März in Dresden. "Sachsen ist dabei, weitere Lehrerinnen und Lehrer für Polnisch oder Tschechisch an Mittelschulen und Gymnasien auszubilden." Im vergangenen Jahr hat an der Universität Leipzig eine berufsbegleitende Qualifizierung begonnen. Derzeit nehmen daran 29 Lehrkräfte für Tschechisch, 14 für Polnisch teil.
Weit entwickelt ist das gemeinsame Lernen und gemeinsame Leben sächsischer Schülerinnen und Schüler und solchen aus Polen und Tschechien in den beiden binationalen und bilingualen Gymnasien in Pirna und Görlitz:
Am Schiller-Gymnasium Pirna lernen seit 1998 Tschechen und Deutsche von Klasse 7 an gemeinsam. Jeweils 15 Schülerinnen und Schüler der beiden Nationalitäten werden dabei in einer zweisprachigen Ausbildung zur Hochschulreife geführt. Bisher haben etwa 180 junge Leute diesen deutschlandweit einmaligen Bildungsgang belegt, bei dem in diesem Jahr erstmals das Abitur erworben wird.
Eine kürzere Tradition hat der bilinguale Bildungsgang am Gymnasium Annenschule Görlitz, wo 50 der 735 Schülerinnen und Schüler aus Polen kommen. Seit 1998 können Schüler hier ab Klasse 7 Polnisch als zweite Fremdsprache lernen. Im vergangenen Schuljahr wurde mit der Aufnahme von 15 polnischen Schülern erstmals eine binationale Klasse gebildet.
"Ein besonderer Aktivposten auf dem Weg zum gelebten Europa", so der Kultusminister, "sind die Schulpartnerschaften." Das Spektrum dieser Aktivitäten reicht von gegenseitigen Besuchen und gelegentlichen gemeinsamen Unternehmungen hin bis zu länger angelegten Kooperationen und Projekten über Grenzen hinweg – teils auch zusammen mit außerschulischen Partnern.
Mannsfeld: "Derzeit pflegen sächsische Schulen etwa 700 Partnerschaften mit einer Schule im Ausland – mit Partnern von A wie Afghanistan bis W wie Weißrussland." 571 bestehen mit einem europäischen Land. Die meisten, nämlich 132, gibt es mit einer tschechischen Partnerschule; 91 mit einer polnischen – das heißt: jede achte sächsische Schule pflegt eine Partnerschaft mit einem tschechischen oder polnischen Partner.

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