04.03.2004
Schlag gegen asiatische Schleuser
(DTPA/MT) BERLIN: Deutschen und tschechischen Strafverfolgungsbehörden ist im Großraum Halle/Leipzig und Prag/Tschechien ein entscheidender Schlag gegen eine international agierende vietnamesisch-chinesische Schleuserbande gelungen. 120 Beamtinnen und Beamte des Bundesgrenzschutz (BGS) durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Halle fünf Wohn- und Geschäfträume wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie der Urkundenfälschung.
Im Zusammenhang mit der polizeilichen Großaktion gegen das organisierte Verbrechen konnten Haftbefehle gegen zwei vietnamesische Beschuldigte wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern vollstreckt werden. Zeitgleich wurden neun weitere Mitglieder der Schleuserorganisation in Tschechien festgenommen sowie umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.
Der Bundesinnenminister Otto Schily erklärt dazu: "Menschenhandel und Schleusung gehören zu den abscheulichsten Verbrechen, die wir kennen. Der heutige Ermittlungserfolg dokumentiert zum wiederholten Mal die konsequente Vorgehensweise mit der die deutschen Sicherheitsbehörden national und international gegen diese beide Deliktsformen vorgehen."
Bereits seit Juli 2003 führt die Bundesgrenzschutzinspektion Halle Ermittlungen gegen diese Tätergruppierung, die mehr als 200 vietnamesische und chinesische Staatsangehörige eingeschleust haben soll. Die Ermittlungen ergaben, dass die Schleusungen dazu dienen, billige Arbeitskräfte für Chinarestaurants und Nähereien im gesamten Bundesgebiet zu gewinnen. Die Einschleusung nach Deutschland erfolgte überwiegend unter Verwendung gefälschter Pässe.

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