25.02.2004
Johanngeorgenstadt feiert 350-jähriges
(DTPA/FM) JOHANNGEORGENSTADT: Mit einer Festveranstaltung läutete Johanngeorgenstadt am 23. Februar 2004 die Feierlichkeiten zum 350-jährigen Stadtjubiläum ein. Der 23. Februar gilt als Stadtgründungstag 1654. Exulanten, die aufgrund ihres Glaubens die böhmische Seite des Erzgebirges - vor allem die Bergstadt Platten - verlassen mussten, wendeten sich mit einem Bittgesuch an den sächsischen Kurfürst Johann Georg I. Der genehmigte die Stadtgründung durch die Vertriebenen auf deutscher Seite des Erzgebirges. Begünstigt wurde diese Entscheidung durch die wirtschaftliche Situation der Exulanten. Sie litten unter dem Rückgang des Bergbaus im Gebiet um Platten. Unter dem „Fastenberg“, dem späteren Hausberg von Johanngeorgenstadt, wurden dagegen reichliche Erzvorkommen vermutet.
Die wechselhafte Montanzeit brachte Johanngeorgenstadt bis Anfang der 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts einigen Wohlstand. Dann sorgte die Wismut für das vorerst letzte „Berggeschrey“. Im Zuge des kurzen, aber intensiven Raubbaus musste die Stadt allerdings den Verlust des Stadtkerns beklagen – die historische Altstadt wurde abgerissen. Die Neustadt entstand als Ersatz und als Wismutsiedlung. Bis zu 45.000 Menschen mussten untergebracht werden. Heute wohnen noch etwa 6.000 Menschen in der Stadt. Mit der aufgeblähten Infrastruktur und enormem Leerstand hat die Stadt aber noch immer zu kämpfen.
Der wintersportsichere Ort setzt heute mehr denn je auf den Tourismus. Die Veranstaltungen im Festjahr 2004 (u.a. Wismutkumpeltreffen, Festumzug im August, Konzerte) sollen Johanngeorgenstadt bekannter machen. Den Auftakt bildeten am 23. Februar 2004 neben der Festveranstaltung der Bergaufzug und ein Berggottesdienst (Bild) in der vom Abriss verschont gebliebenen Stadtkirche der jüngsten Bergstadt des Erzgebirges.
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