09.02.2004
"Sternstunden Europas" im Dreiländereck
(DTPA/MT) ZITTAU: Im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck, im neuen alten Herzen Europas, feiern am 1. Mai die Städte Zittau (Deutschland), Bogatynia (Polen) und Hrádek nad Nisou (Tschechien) mit der Sächsischen Staatsregierung die Erweiterung der Europäischen Union. Unter dem Motto „Sternstunden Europas“ laden die drei Städte zusammen mit den Landkreisen in der Euroregion Neisse vom 30. April bis 2. Mai zu einem vielfältigen Festprogramm ein.
Über die Einzelheiten informierten heute (Montag, 9. Februar) die Vertreter der beteiligten Kommunen und der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Staatsminister Stanislaw Tillich, in einer Pressekonferenz in Zittau. Neben dem großen Mitternachtsevent am Dreiländerpunkt am 30. April, einem Theater-Licht-Spektakel mit Chormusik und Feuerwerk, werden Künstler und Sportler aus drei Ländern mit einem Bühnenprogramm Zittau zum Anziehungspunkt für Jung und Alt von dies- und jenseits der Neisse machen.
Mit einer Feierstunde am Dreiländerpunkt in Zittau am Abend des 30. April begeht die Sächsische Staatsregierung den Beitritt ihrer Nachbarländer in die Europäische Union, erläuterte Staatsminister Tillich. Auf Einladung von Ministerpräsident Georg Milbradt wird Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl die Festrede vor hochrangigen Gästen aus Polen, Tschechien, Deutschland und Sachsen halten. Für den 1. Mai habe Bundeskanzler Gerhard Schröder einen zweistündigen Aufenthalt im Dreiländereck zugesagt. Die wohlwollende Prüfung ihres Besuchs an diesem Tag im Dreiländereck hätten auch Polens Ministerpräsident Leszek Miller und der tschechische Ministerpräsident Vladimir Spidla gegenüber Ministerpräsident Milbradt angekündigt, so Tillich.
Im Vorfeld des 1. Mai werde es zahlreiche Informationsveranstaltungen der Sächsischen Staatsregierung zur EU-Erweiterung geben, informierte Tillich weiter. Dazu gehörten vor allem ein Symposium am 29. März in Dresden zum Thema „Die Europäische Union nach der Erweiterung“. Eingeladen sind dazu Bundesaußenminister Joschka Fischer, EU-Kommissar Günter Verheugen, Polens EU-Ministerin Danuta Hübner und der Außenminister der Tschechischen Republik, Cyril Svoboda.
Darüber hinaus ist am 24. April in Bautzen die feierliche Unterzeichnung eines „Memorandum of Understanding“ zwischen dem Freistaat Sachsen, Polen und Tschechien über künftig zu fördernde Projekte in den Euroregionen geplant. Zuvor wird es eine Informationsfahrt zu Interreg III A-Projekten mit einem Sonderzug von Zittau aus über Liberec, Ostritz, Görlitz nach Bautzen geben. Dazu ist auch EU-Kommissar Michel Barnier eingeladen. Der Tag soll dann in Bautzen mit einem Volksfest ausklingen, bei dem sich Sachsen, Böhmen und Niederschlesien in ihrer kulturellen Vielfalt darstellen.
Ein grenzüberschreitendes Wirtschaftsforum in Dresden am 26. April, eine Klausur des Sächsischen Kabinetts in Bad Muskau zu europapolitischen Themen zusammen mit polnischen und tschechischen Vertretern sowie ein Besuch von Ministerpräsident Milbradt beim Bundesgrenzschutz in Pirna mit einem Symposium zur Inneren Sicherheit am 29. April bilden die Schwerpunkte des EU-Programms der Staatsregierung zur Erweiterung.
Staatsminister Tillich betonte vor Journalisten die weit reichende Bedeutung der EU-Erweiterung für den Freistaat: „Sachsen freut sich mit seinen Nachbarn Polen und Tschechien auf die EU-Erweiterung. Daher wäre es schön, wenn möglichst viele Sachsen mit unseren Nachbarn zusammen diesen historischen Beitrittstag im Dreiländereck feiern würden. Mit Polen und Tschechien gehören dann wieder zwei Länder der europäischen Gemeinschaft an, mit denen Deutschland und vor allem Sachsen jahrhundertealte gemeinsame politische, kulturelle und wirtschaftliche Traditionen verbindet. Vor 100 Jahren war Sachsen mit Schlesien und Böhmen zusammen die prosperierendste Region Europas. „Daran wollen wir anknüpfen und die zentrale Lage im erweiterten Europa für eine gemeinsame erfolgreiche Entwicklung unserer Länder nutzen“, so Tillich. Die Partnerschaften Sachsens mit Niederschlesien und der Tschechischen Republik und darüber hinaus die bereits jahrelang praktizierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den vier Euroregionen entlang der Grenze, die die Staatsregierung ideell und finanziell unterstützt, seien gute Grundlagen für weitere und intensivere Kooperationen nach dem 1. Mai, hob Tillich hervor.

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