28.01.2004
Festnahmen im Chemnitzer Rotlichtmilieu
(MT) CHEMNITZ: Sächsische Ermittler führen seit mehreren Monaten gemeinsam mit der Tschechischen Polizei umfangreiche Ermittlungen im Chemnitzer Rotlichtmilieu durch. Ausgangspunkt war Anfang Januar die Festnahme eines 42 Jahre alten Chemnitzer Zuhälters, der den Club "Cherry" auf der Frankenberger Straße betrieb. Einige Woche zuvor wurde eine 19 Jahre alte tschechische Prostituierte festgenommen. Beide Beschuldigten sitzen seit diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft.
Aufgrund von weiteren Hinweisen aus der Szene kam es auch am gestrigen Tag (27.01.2004) zu Durchsuchungen von vier Chemnitzer Wohnungen, die teilweise zur Prostitution genutzt wurden. In den Etablissements konnten zwei tschechische Frauen (23 und 27 Jahre alt) angetroffen und festgenommen werden. Die Ermittlungen richten sich des weiteren gegen einen 47 Jahre alten deutschen Beschuldigten, der die Wohnungsprostitution organisiert hatte.
Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass Frauen aus Osteuropa, die aus finanziellen Gründen in das Rotlichtmilieu absackten und teilweise auch schon in der Grenzregion von Tschechien nach Deutschland der Prostitution nachgegangen sind, durch dort agierende Organisationen an hiesige Bordellbetreiber oder Organisatoren von Wohnungsprostitution vermittelt wurden.
Die Staatsanwaltschaft Chemnitz und das LKA Sachsen ermitteln zwischenzeitlich gegen 15 Beschuldigte unterschiedlichster Nationalität. Die Tatvorwürfe erstrecken sich vom Menschenhandel über ausbeuterische Zuhälterei bis hin zu Verstößen gegen das Ausländergesetz. Derzeit befinden sich vier Personen in Haft.

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