26.01.2004
MdEP Kastler war zu Besuch in Furth im Wald
(DTPA/MTL) FURTH IM WALD: Der drohende Verkehrskollaps in der Grenzregion und die Herausforderungen durch die Erweiterung der EU standen im Mittelpunkt eines Gespräches zwischen dem Europaabgeordneten Martin Kastler (CSU/EVP-ED) und dem Further Bürgermeister Reinhold Macho. Zuvor informierte sich Kastler bei JANA e.V. über die zunehmende Armutsprostitution im Grenzraum - ein Problem, das der Parlamentarier in Brüssel thematisiert.
Zusammen mit Dipl. Soz. Päd. (FH) Elisabeth Suttner-Langer, zuständige Beauftragte der Regierung der Oberpfalz für das Projekt JANA e.V. besuchte Kastler zunächst die Anlaufstellen der Initiative in Furth im Wald und Domazlice (CZ). Er zeigte sich dabei beeindruckt von der Effizienz und Professionalität der Arbeit der Streetworkerinnen und Medizinerinnen. Die offiziellen Zahlen von rund 800 Prostituierten - größtenteils Osteuropäerinnen und Asiatinnen aus verarmten Verhältnissen - und mehr als 2500 Freiern pro Tag - vorwiegend aus Deutschland und Österreich - sind so der 29-jährige CSU-Europaabgeordnete "erschreckend". Primär müsse deshalb den betroffenen Frauen vor Ort geholfen werden durch medizinische und psychische Betreuung - was JANA in hervorragender Art und Weise garantiere. Darüber hinaus aber gelte es, die Bevölkerung für die Problematik zu sensibilisieren. "Es ist erschreckend und menschenverachtend, wie die Frauen erniedrigt und missbraucht werden." Kastler fordert deshalb auch einen klaren rechtlichen Schutz der Betroffenen und ihrer Grundrechte sowie vermehrte Angebote zum Ausstieg aus der Prostitution. "Wir müssen die Probleme hinter den Kulissen der betroffenen Frauen erkennen, ernst nehmen und zu lösen helfen." Kastler will sich deshalb auf europäischer Ebene dafür stark machen, dass die Finanzierung für das Projekt JANA weiterhin Unterstützung und finanzielle Sicherheit erfährt sowie die juristischen Fragen mit der Europäischen Kommission diskutieren.
"Noch mehr als bisher zum Thema machen" wird Kastler auch den drohenden Verkehrskollaps in Ostbayern, das hat er Bürgermeister Reinhold Macho im Informationsgespräch zugesagt: "Es kann nicht sein, dass die Zahlen für die A6, die B 85 und alle angrenzenden Straßen einen dramatischen Anstieg vorhersagen - Tendenz weiter steigend - und die Bundesregierung weigert sich weiterhin den Lückenschluss zu finanzieren!" Nur wenn die Bundesregierung einen Finanzierungsplan vorlege, könne auch die Europäische Union (sie führt so wohl die A6 als auch den Ausbau der Schienenstränge in ihrem Vorschlagskatalog zu den Transeuropäischen Netzen) Ihre Unterstützung geben. "Erst aber sind Schröder und Stolpe am Zug."
Noch dazu kennt Kastler das Problem A6 ganz persönlich: Auch sein Heimatort Schwabach liegt direkt an der überlasteten Autobahn. Außerdem ist der Europaabgeordnete engagiertes Mitglied des von der IHK Heilbronn initiierten Vereins "Pro Ausbau A6".
Insgesamt wertet Kastler seinen Besuch in der vom Europarat als "Europastadt" ausgezeichneten Gemeinde Furth im Wald als sehr erfolgreich: "Mir ist klar, dass die heutige Grenzstadt ihre Chancen in der neuen Mitte Europas erkannt hat und jede mögliche Förderung verdient." Auch als mittelfränkischer CSU-Europaabgeordneter werde er sich deshalb weiter mit Nachdruck für das Grenzland stark machen.

Bild: MdEP Martin Kastler (l.) im Gespräch mit Bürgermeister Reinhold Macho.
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