28.12.2000
3.000 Menschen demonstrieren gegen neue TV-Leitung
(DTPA/DHMB) PRAG:Der Streit um die Neubesetzung des Postens des Generaldirektors beim Tschechischen Fernsehen (CT) hält an. Rund 3.000 Menschen demonstrierten in Prag gegen die Entlassung von 20 Redakteuren des tschechischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Die Redakteure schlossen sich in einem "Krisenkomitee" zusammen und wiesen die Annahme von Kündigungsschreiben der neuen Leitung des Senders zurück und setzten ihren Protest fort. Die Redakteure weigern sich weiterhin, die Ernennung von Jiri Hodac zum neuen Generaldirektor und der von ihm eingesetzten Nachrichtenchefin Jana Bobosikova anzuerkennen.
An der Kundgebung vor dem Sendergebäude nahmen auch Künstler und Politiker teil. Bobosikova will nun die protestierenden Journalisten an der Benutzung von Mobiltelefonen und Computern zu hindern versuchen und drohte, den Sicherheitsdienst gegen die aufständischen Journalisten einzusetzen sowie Wasser und Heizung in den Studios abzudrehen. Kulturminister Pavel Dostal forderte Hodac zum Rücktritt auf, um eine Beilegung des Streits zu ermöglichen.
Zu Beginn der Woche war die neue Fürhung des Senders gezwungen worden, in die Studios eines Privatsenders auszuweichen. Rebellische Redakteure hatten am Montag zum zweiten Mal eine von ihnen erarbeitete Nachrichtensendung ausgestrahlt, die aber kurz danach von einer im Studio des Privatfernsehens produzierten Sendung unterbrochen wurde.
Die Journalisten und Demonstranten werfen der neuen Senderführung zu wenig Distenz und zu große Nähe zur oppositionellen Bürgerpartei (ODS) von Parlamentspräsident Vaclav Klaus vor. Klaus ist Befürworter der Privatisierung des Senders.

Copyright © 2000 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!