18.12.2003
Sachsen und Tschechien für besseren Nahverkehr
(DTPA/MTL) EBERSBACH: Nicht nur die großräumigen Verkehrs-Achsen, sondern auch die regionalen Verbindungen müssen für das Zusammenwachsen des erweiterten Europas ausgebaut werden. Darum haben sich die Teilnehmer der Konferenz grenzüberschreitender Eisenbahnverkehr Sachsen – Tschechische Republik in Ebersbach/Lausitz u.a. für folgende konkrete Projekte ausgesprochen:
-Machbarkeitsstudie einschließlich Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen für einen regionalen Stadtbahnverkehr auf Eisenbahngleisen im Ballungsraum Liberec und Jablonec mit Weiterführung nach Zittau (Regiotram)
-Untersuchungen für ein grenzüberschreitendes Bus-System im Raum Zittau – Varnsdorf – Rumburk
-Einrichtung einer Grenzübergangsstelle mit Verkehrshalt im Bahnhof Varnsdorf zum
01. Mai 2004
-Untersuchungen für einen Eisenbahn-Ringverkehr Zittau – Varnsdorf – Dolni Poustevna/Sebnitz – Bad Schandau – Decin –Varnsdorf –Zittau
-Bewertung der Eisenbahnverbindung Löbau-Ebersbach-Rumburk hinsichtlich einer Wiederinbetriebnahme
-Untersuchungen für einen Eisenbahnverkehr Freiberg – Moldava – Most
Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen in einer zweiten Konferenz im Mai 2004 in der Tschechischen Republik vorgelegt werden.
Der Einladung Andrea Fischers, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, waren der tschechische Vizeminister für Verkehr Vojtech Kocourek, Vertreter des tschechischen Innen- und Finanzministeriums, die Spitzen der grenznahen Kommunalverwaltungen sowie Vertreter von Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen aus Sachsen und Tschechien gefolgt.
Zwischen Sachsen und Tschechien gibt es gegenwärtig sieben Eisenbahnübergänge: Bad Brambach und Klingenthal im Vogtland, Johanngeorgenstadt und Bärenstein im Erzgebirge, Bad Schandau im Elbtal sowie Ebersbach und Zittau in der Oberlausitz. Einen weiteren Ausbau machte Staatssekretärin Andrea Fischer von der Nachfrage – wenigstens 1000 Fahrgäste pro Tag müssten die Strecke nutzen - und dem gleichzeitigen Ausbau eines entsprechenden Netzes auf tschechischer Seite abhängig. Zudem habe der Bus einen klaren Kostenvorteil. Der Zuschuss der öffentlichen Hand pro Buskilometer betrage nur etwa ein Viertel des Zuschusses für die Bahn. „Bus und Bahn müssen gemeinsam entwickelt und miteinander vernetzt werden. Nur so kann ein attraktives, den Mobilitätsbedürfnissen entsprechendes und bezahlbares Nahverkehrsangebot entstehen“, so die sächsische Staatssekretärin.

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