18.11.2003
EU-Gelder für das Erzgebirge und das Vogtland
(DTPA/MT) CHEMNITZ: 12 der 21 Projekte zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die der Regionale Lenkungsausschuss INTERREG III A Freistaat Sachsen - Tschechische Republik in der vergangenen Woche bestätigte, sind im Regierungsbezirk Chemnitz beheimatet. Davon werden je sechs in der Euroregion Erzgebirge und der Euregio Egrensis durchgeführt. Aus dem Regierungspräsidium waren heute nähere Angaben zu den einzelnen Projekten zu erfahren.
Beispielhaft, weil von besonderer Bedeutung für Südwestsachsen ist dabei die Errichtung eines "Vogtländisch- Böhmischen Mineralienzentrums am einzigen Topasfelsen Europas". Durch die Sanierung und den Umbau eines ehemaligen Gebäudes der Wismut AG am Schneckenstein bei Schöneck soll ein grenzüberschreitendes Mineralienzentrum mit einem Gesamtwertumfang von 1.286.000 Euro entstehen, wovon 541.186 EUR von EU und Freistaat getragen werden. Dabei werden auch tschechische Partner der Bergbauregion um Sokolov integriert. Das Mineralienzentrum soll die Schneckensteinregion touristisch weiter aufwerten.
Ein weiteres Beispiel ist der geplante Bau von neuen Herbergshütten im Deutsch-Tschechischen Naturschutzzentrum "Am Sauwald" in Schlettau. Damit werden die Voraussetzungen für eine Erweiterung des Veranstaltungsrahmens der ökologischen Begegnungs- und Bildungsstätte geschaffen. Hierfür sollen bei einem Gesamtkostenumfang von 489.108 Euro Fördermittel in Höhe von 354.511 Euro fließen.
Ebenfalls von überregionaler Bedeutung ist das grenzüberschreitende Kulturprojekt "Neue Nachbarschaften - Dialog der Kulturen". Dieses wird die kulturelle Zusammenarbeit diesseits und jenseits der Grenze erweitern und verbessern. Unter anderem ist es damit möglich das integrierte Festival Mitte Europa im Grenzgebiet weiter fest zu verankern und sogar zu erweitern. Bei einem geplanten Gesamtkostenumfang von 753.457 Euro sollen hier 304.000 Euro an Fördermitteln bereit gestellt werden.
Die weiteren neun Projekte sind ganz unterschiedlich konzipiert. So beschäftigen sich zwei mit Machbarkeitsstudien, eines für den Aufbau eines Kompetenzzentrums Maschinenbau Sachsen - Böhmen sowie eines für den Aufbau eines sächsisch-tschechischen Netzwerkes für Altfahrzeugrecycling. Darüber hinaus ist die Einführung eines elektronischen Fahrgeldmanagementsystems auf der Basis von Mobilfunktelefonen als Pilotprojekt im grenzüberschreitenden Zugverkehr des Egronet im Vogtland geplant. Ein Projekt zur Analyse der Anforderungen an halmgutartige Biomasse und deren Weiterverarbeitung zur energetischen Nutzung ist ebenso unter den bestätigten Projekten wie die Entwicklung einer deutsch-tschechischen Kommunikationsplattform (Medienprojekt), ein Kooperationsnetzwerk zur regionalen Fach- und Arbeitskräfteentwicklung im nördlichen Vogtland sowie ein weiteres Projekt zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Jugendlichen in der Umwelttechnik. Hinzu kommen noch ein überregionales Kultur- und Bildungsprojekt unter dem Titel "Euregioakademie Vogtland" und schließlich der Ausbau der Staatsstraße S 258 südlich von Zwönitz.
Durch die Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A wurden bisher Projekte mit einem Gesamtkostenumfang von ca. 99,8 Mio. Euro bestätigt. Dabei wurden ca. 64,7 Mio. Euro EU-Mittel aus der Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A und ca. 14,8 Mio. Euro Kofinanzierungsmittel des Freistaates gebunden.

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