16.10.2003
Deutschland gerät ins Hintertreffen
(DTPA/MT) BAYREUTH/ BRÜSSEL: Beim Ausbau der Ost/West-Verkehrswege gerät Deutschland im Vergleich zu Österreich immer weiter in Rückstand. Zu diesem Schluss kommt der oberfränkische Europaabgeordnete Dr. Joachim Wuermeling (CSU) nach einem Vergleich der deutschen mit der österreichischen Verkehrsplanung. Dadurch werde sich die wirtschaftliche Dynamik durch die Osterweiterung nach Süden verlagern, befürchtet der Abgeordnete. Die Zustückstellung der Fichtelgebirgsautobahn im Bundesverkehrswegeplan erweise sich auch vor diesem Hintergrund als ein „eklatanter Fehler\".
Österreich investiert allein in diesem Jahr eine Milliarde Euro in den Bau von 47 Kilometern Autobahn vor allem für den Transfer in die mittel- und osteuropäischen Staaten. Bis zum Jahr 2015 soll das Netz komplett stehen. Demgegenüber stehen in dem zehn Mal größeren Deutschland nur ein Bruchteil dieser Summe zur Verfügung. Bis zum Jahr 2015 sollen lediglich so viele Ost/West-Autobahnstrecken erstellt werden wie in Österreich in diesem Jahr. Der ADAC rechne mit einer Zunahme von 70 Prozent beim Güterverkehr bis zum Jahr 2015. Dennoch befürchtet die Bundesregierung laut einer parlamentarischen Anfrage *mittel- bis langfristig keine verkehrlich bedingten Engpässe\" im Transit in die Beitrittsstaaten. „Das ist naiv,\" findet Wuermeling.
Für Oberfranken sei eine funktionsfähige Anbindung an die Beitrittsstaaten Grundvoraussetzung für die Nutzung der Chancen aus der Osterweiterung, meint Wuermeling. Dazu gehört für ihn auch die Fichtelgebirgsquerung. Nur so ließen sich die strukturschwachen Gebiete in die neuen Ost/West-Entwicklungsachsen einbinden. „Das haben die Österreicher schon lange erkannt,\" meint der Abgeordnete. Innovative Konzepte für ökologische Autobahnen würde die Alpenrepublik passgenau für Landschaften entwickeln, die nicht weniger schützenswert seien als unsere.
Die österreichischen Planungen korrespondierten mit den enormen Anstrengungen Tschechiens aber auch anderer mittel- und osteuropäischer Staaten, um die Anbindung nach Westen sicherzustellen.

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