07.03.2000
Tillich: Euroregionen sind beispielgebend
(DTPA) BAD BRAMBACH: Stanislaw Tillich, Sächsischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, äußerte sich am vergangenen Freitag in Bad Brambach zur Bedeutung der Euroregionen im Freistaat Sachsen. Bei der Veranstaltung der EUREGIO EGRENSIS sagte er: "Europa ist, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, nicht Brüssel allein. Europa ist überall, alltäglich allgegenwärtig; vor allem in den Regionen. In Sachsen sind es besonders die Euroregionen die das Europa der Regionen erlebenswert und anschaubar machen." Tillich, von 1990 bis zum Herbst 1999 selbst Europaabgeordneter, stammt als Sorbe selbst aus einer Grenzregion. Für den Staatsminister haben die Euroregionen im Rahmen der EU-Osterweiterung einen Vorsprung, "da sie sich mit den Aufgaben der EU-Osterweiterung schon auseinandergesetzt haben."
Durch ihre Erweiterung sieht Stanislaw Tillich die Europäische Union sich verändern. Es sei nicht nur Aufgabe die neuen Länder, darunter Tschechien, aufzunehmen. Es gelte für die Union "auch eine Fülle von Hausaufgaben zu erledigen". "Die Entscheidungsmechanismen und Institutionen stammen aus einer Zeit, da die Gemeinschaft aus sechs Mitgliedsstaaten bestand. Sie zeichnen sich heute durch Inflexibilität und Schwerfälligkeit aus", so der Minister in Bad Brambach weiter. Die Euroregionen an der deutsch-tschechischen Grenze sind bei der Gestaltung Europas nach Einschätzung von Stanislaw Tillich beispielgebend für die Regionen im Hinterland und letztendlich auch für Brüssel.

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