01.10.2003
Schatz des Berges liegt noch vor der Haustür
(DTPA/MT) SCHNEEBERG: „Der Schatz des Berges liegt noch immer vor der Haustür, er muss nur gesehen und zum Wohle der Erzgebirgsregion nutzbar gemacht werden.“, so das Fazit der SPD-Landtagsabgeordneten Gudrun Klein bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Hotel Steiger in Schneeberg am 30. September. Als Sprecherin für Tourismuspolitik der SPD-Landtagsfraktion sieht die Politikerin insbesondere die Chancen für das gesamte Erzgebirge auf sächsischer und tschechischer Seite, die durch eine Aufnahme in das UNESCO Welterbe als „Montanregion Erzgebirge“ bestehen.
Unter dem Motto „Traditionen erhalten - Zukunft gestalten“ referierte der Professor für Technikgeschichte und Industriearchäologie Dr. Helmuth Albrecht von der TU Bergakademie Freiberg. Gudrun Klein betonte, dass einzig im Tourismussegment Kultur- und Städtereisen noch immer Wachstumszahlen zu verzeichnen seien. Die derzeit 27 Welterbestätten Deutschlands hätten seit ihrer Aufnahme in das UNESCO Welterbe deutlich mehr Besucher zu verzeichnen. Dieser Trend werde sich insbesondere bei den ausländischen Touristen fortsetzen, denn diese wählten für ihre Reisen nach Deutschland natürlich nur die touristischen Highlights aus.
Prof. Dr. Albrecht stellte in seinen Ausführungen dar, dass das Erzgebirge eine einzigartige noch in großen Teilen erhaltene Industriekulturlandschaft ist. In keiner Region der Erde sind Natur und Kultur über einen Zeitraum von acht Jahrhunderten so nachweisbar vom Bergbau geprägt worden, wie im Erzgebirge. Davon zeugten noch zahlreiche Objekte in der Region z.B. in Form von Bergwerksausrüstungen, Hammerwerken, aber auch profanen und sakralen Bauten und Kunstgegenständen bis hin zu heute genutzten Freizeitobjekten wie der Greifenbachstauweiher bei Geyer oder der Filzteich in Schneeberg. Sowohl der Altbergbau als auch der Steinkohlebergbau bis hin zum Uranerzbergbau mit der Sanierung der daraus entstandenen Altlasten haben Politik, Wissenschaft, Technik und Kunst weit über die Grenzen Deutschlands beeinflusst.
Nach einer interessanten Diskussion mit den Zuhörern nahm Gudrun Klein noch einmal die Anregung des Bürgermeisters von Schneeberg auf, dass die Anwesenden doch als Multiplikatoren für das Ziel des am 13.06.03 gegründeten Fördervereins „Montanregion Erzgebirge“ e.V. wirken sollten. „Es muss uns gelingen für das UNESCO Welterbe „Montanregion Erzgebirge“ eine Bewegung wie für Olympia 2012 hinzubekommen.“

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