26.09.2003
4,5 Mio. Euro für grenzüberschreitende Projekte
(DTPA/MT) DRESDEN: Die Mitglieder der Regionalen Lenkungsausschüsse Interreg III A haben in ihren beiden Sitzungen (25.09.) insgesamt 24 Projekte zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit bestätigt. Damit werden rund 4,5 Millionen Euro EU-Mittel im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A umgesetzt. Die Gesamtkosten der 24 Vorhaben belaufen sich auf rund 11,8 Millionen Euro.
Im gemeinsamen sächsisch-tschechischen Grenzraum wurden insgesamt 20 Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit rund 11,1 Millionen Euro an Gesamtkosten bestätigt. Der Interreg III A - Anteil (EU-Mittel) beläuft sich auf rund 4 Millionen Euro.
- Im Maßnahmebereich Wirtschaft wurde zwei Projekten die Zustimmung erteilt. Unter anderem wird vom Landratsamt Löbau-Zittau eine Machbarkeitsstudie zur Bildung von grenzüberschreitenden Kooperationen im Einzelhandel erarbeitet. Eine weitere Machbarkeitsstudie wird als Vorstudie zur Prüfung eines sächsisch-tschechischen Bauabfallkreislaufsystems durchgeführt.
- Im Bereich Tourismus konnten allein fünf grenzübergreifende Vorhaben bestätigt werden. So wird eine zweisprachige Reliefkarte der schönsten Wanderrouten im Gebiet um Rehefeld-Zaunhaus und Moldava erstellt. Der "Marie-Louise-Stolln" in Bad Gottleuba-Berggießhübel wird zu einem Besucherbergwerk erschlossen. Am Zirkelsteinhaus in der Sächsischen Schweiz werden eine Begegnungsstätte, ein Hochseilgarten und ein Rastplatz errichtet. Auf der Basis eines geografischen Informationssystems wird eine Internetpräsentation "Wanderwelt Erzgebirge" geschaffen. Der Kurort Rathen wird mit seinem Projekt "Internationaler Informationspavillon mit Brunnen im Licht-, Wasser- und Musikspiel" ein mehrsprachiges elektronisches Informationszentrum für Touristen einrichten.
- Im Maßnahmebereich Infrastruktur wurden vier Projekte bestätigt. Unter anderem wird der Anbau an eine Kindertagesstätte in Oelsnitz, in welcher neben deutschen auch tschechische Kinder betreut werden, realisiert. Darüber hinaus wird die Familienstätte St. Ursula in Struppen (Landkreis Sächsische Schweiz) saniert. Im Familienzentrum "Domino Zittau" wird ein Gebäude gebaut, dessen Nutzung von grenzüberschreitenden Familienferien bis Familienbildung reicht. Der Verkehrsbund Mittelsachsen wird im Rahmen seines Projektes "Euro-Wege" eine Studie über den Verlauf zukünftiger grenzüberschreitender Beförderungsströme und deren Frequentierung im öffentlichen Personennahverkehr nach dem EU-Beitritt der Tschechischen Republik erarbeiten.
- Im Bereich Umwelt wurden Maßnahmen des Immissions- und Klimaschutzes einschließlich der Nutzung erneuerbarer Energien bestätigt. Einzelantragsteller erhalten eine Förderung für die Umstellung ihrer Heizungen im Grenzraum.
- Im Maßnahmebereich Ländliche Entwicklung fand der Um- und Ausbau eines denkmalgeschützten Wohnhauses des Landfrauenkreisverbandes Löbau-Zittau e.V. die Zustimmung der Mitglieder des Regionalen Lenkungsausschusses.
- Im Maßnahmebereich Bildung und Qualifizierung wurde der Förderung von vier Projekten zugestimmt. Die AWO Kinder- und Jugendhilfe Pirna will durch praktische Ausbildung, vorrangig in der Holzverarbeitung, die grenzübergreifende Integration von Jugendlichen mit sozialen Benachteiligungen unterstützen. Das Kolping-Bildungszentrum für Ostsachsen wird seine Tschechischausbildung im Berufsbild Gastronomie mit Praxiserprobung fortführen. Das bestätigte Vorhaben "Schule Wirtschaft Euregios" der Stiftung der Deutschen Wirtschaft e.V. hat die Zusammenführung von Unternehmen und Schulen in den Euroregionen Neisse und Elbe/Labe zum Ziel. Mit der Bildung eines Netzwerkes für Bildung, Information und Kommunikation (BIK) sollen durch gezielte Weiterbildungsangebote dauerhafte grenzübergreifende Kontakte zwischen Führungskräften und Unternehmen in der Euroregion Elbe/Labe entstehen.
- Im Bereich der soziokulturellen Entwicklung wurde der Realisierung der Galerie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz im Landschloss Pirna-Zuschendorf zugestimmt.
- Finanziell unterstützt werden auch die Vorbereitungen zur Verleihung des Trilateralen Innovationspreises "Innovation 2003 - Euroregion Neisse-Nisa-Nysa" im November diesen Jahres.
- Im Maßnahmebereich Sicherheit wurde dem Vorhaben der Chemnitzer Bereitschaftspolizeiabteilung zur intensiven Zusammenarbeit bei der Ausbildung des mittleren Polizeivollzugsdienstes mit der tschechischen Polizeimittelschule des Innenministeriums in Brno zugestimmt.
Für den Förderzeitraum 2000 bis 2006 stehen dem sächsisch-niederschlesischen Interreg III A - Programm 44 Millionen Euro und dem sächsisch-tschechischen Programm rund 176 Millionen Euro EU-Mittel zur Verfügung. Projektvorschläge mit grenzüberschreitender Wirkung können jederzeit in den Geschäftsstellen der vier sächsischen Euroregionen eingereicht werden. Hinweise zu den Details und Informationen zum Antragsverfahren erhalten alle Interessierten auf der Website von Interreg III A unter http://www.interreg3a.sachsen.de.
Die
Regionalen Lenkungsausschüsse Interreg III A werden von der Sächsischen Staatskanzlei geleitet. Die sächsische Delegation setzt sich zusammen aus Vertretern aller sächsischen Ministerien sowie den Euroregionen. Die tschechische Delegation steht unter der Leitung des tschechischen Ministeriums für Regionalentwicklung. Dem niederschlesischen Marschallamt obliegt die Leitung der niederschlesischen Delegation.

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