13.12.2000
Lehrertreffen bringt neue Schulkooperationen
(DTPA/dk) FREIBURG/DRESDEN: Am Mittwoch, den 13.12., ging der letzte Block der mehrteiligen Seminarreihe "Gemeinsam in Europa" zu Ende. Die Veranstaltung wurde von der Dresdner Brücke/Most-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und mit Unterstützung des Sächsischen Ministeriums für Kultus, dem tschechischen Kultusministerium und dem deutsch-tschechischen Zukunftsfond organisiert.
Deutsche und tschechische Lehrer hatten sich im Laufe des Jahres dreimal getroffen, zweimal davon in Dresden und einmal in Freiburg und Straßburg. Ziel war es, möglichst viele Kontakte und Partnerschaften zwischen deutschen und tschechischen Schulen und schulischen Einrichtungen zu knüpfen. Die 11 tschechischen und 9 deutschen Lehrer wollten sich dabei nicht nur theoretisch über Begegnungen und Partnerschaften unterhalten, sondern diese Inhalte konkret vorleben.
Das Resultat lässt sich sehen. Fünf neue deutsch-tschechische Schulkooperationen sind entstanden, vier davon zwischen sächsischen und böhmischen Schulen im unmittelbaren Grenzgebiet, eine zwischen Schulen der Partnerstädte Dresden und Ostrava. Aber auch für die Lehrer, die schon im Vorfeld an deutsch-tschechischen Schulkooperationen beteiligt waren, gab es eine Vielzahl an Anregungen. Neben einer Einführung in interkulturellen Trainingsmethoden, gab es von den insgesamt 15 Referenten unzählige Tipps für die eigene Projektentwicklung, zur pädagogischen Gestaltung von Begegnungsaufenthalten, zu Fördermöglichkeiten etc.
Viele Teilnehmer merkten, dass sie in ihrem ehrenamtlichen Engagement für die deutsch-tschechische Sache, das in vielen tschechischen und deutschen Schulkollegien oftmals kritisch beäugt wird, diesseits und jenseits der Grenze Mitstreiter haben. Die "Chemie" in der Gruppe stimmte, was sicherlich auch mit dem Seminarkonzept zusammenhing, das mit den drei Treffen bewusst auf Kontinuität gesetzt hatte.
Auf große Resonanz stieß der Vorschlag von Michael Droll, Lehrer am Gymnasium Herrnhut, doch weiterhin in Kontakt zu bleiben. Er selbst hat mit seiner tschechischen Kollegin Maryka Hartychová aus Liberec schon das nächste Projekt geplant: Titel: "Deutsch-tschechische Nachbarschaft im Spiegel der Jahrhunderte - Am ausgewählten Beispiel der Stadt Liberec/Reichenberg." Am kommenden Montag will man sich erneut treffen und einen gemeinsamen Förderungsantrag an den deutsch-tschechischen Zukunftsfond und das Sächsische Kultusministerium stellen.
Die gesamte Gruppe will in Form eines Netzwerkes in Kontakt bleiben. "Wir gehen jetzt gemeinsame Weg", so Annegret Balten vom Marie-Curie-Gymnasium in Dresden. Ein Treffen im kommenden Jahr ist bereits in Planung. Bis dahin erfolgt der Austausch per Email, Telefon und Fax. Weitere Interessenten an der sächsich-tschechischen Schulkooperation sind herzlichst eingeladen, sich am Email-Diskussionsforum "Ucitelehrer" zu beteiligen: ucitelehrer-subscribe@ecircle.de
Letztlich profitieren die deutschen und tschechischen Schüler von den Fortbildungs- und Vernetzungsaktivitäten ihrer Lehrer. Ihr Engagement ermöglicht den jungen Menschen, ihre Freunde jenseits der Grenze (wieder) zu treffen und lebendige und kreative Begegnungen zu erleben.

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